Wesel: Rüdiger Hoffmann macht Musik – der Funke fehlte
zuletzt aktualisiert: 19.05.2009Wesel (RPO). Der Meister der Langsamkeit, alias Rüdiger Hoffmann, in der Rolle des Rockstars – Geschmackssache… Klasse für alle, die Gefallen am musikalischen Schwerpunkt hatten. Schade für diejenigen, die sich nach vergangener Power-Stand-Up-Comedy sehnten. Bevor Rüdiger Hoffmann jetzt in der Niederrheinhalle zum ersten Mal sein "Ja, haallooerstmal" von sich gab, begann der Comedian seine Show mit einem Song, dessen Titel Programm war: "Sex oder Liebe". Zwei Stunden lang drehte sich alles um Sex, Drugs und Rebellion und dementsprechend cool fiel auch die Begrüßung aus. Solchen Quatsch wie "Hallo erstmal" wollte Hoffmann eigentlich nicht mehr sagen, denn schließlich sei er jetzt ein Rockstar.
So begrüßte er die etwa 400 Zuschauer mit: "Hallo Wesel. Are you ready to party?" Es war nicht das ersehnte hysterische Kreischen, was dem Ü-40-Ziger entgegenschallte. Das Publikum reagierte anfangs verhalten und auch bis zum Ende wollte der Funke nicht wirklich überspringen. Im Vergleich zu seinen früheren Programmen hat der Comedian mit dem bekannt feisten Grinsen schwerpunktmäßig viele Lieder im Programm, mit teils nachdenklichen und kritischen Tönen. Klavier spielend sang er für die weiblichen Fans eine einfühlsame Hammerballade, mit der er die Frauen gleich in der Tasche hatte. Aber auch härtere Rhythmen brachte der Rockstar zum Besten. Der Song "Testosteron", im Stile der Band Rammstein, ließ die Fans der leisen Töne aufschrecken. Eine ganz neue Seite des gebürtigen Paderborners. Mit Songs wie "Das Körperliche kann warten" oder "Oma hatte sie alle" legte der sonst so phlegmatisch daher kommende Möchtegern-Rocker sogar noch einen drauf. Dabei hatte das Publikum wirklich Glück, denn fast wäre der harte Kerl überhaupt nicht aufgetreten. "Eigentlich wollte ich nämlich die Garderobe demolieren und einen Fernseher aus dem Fenster schmeißen", gestand er, schließlich habe man ihm sein Begehren nach einer goldenen Schale mit Pfirsichen verwehrt. Ich weiß ja nicht, ob Sie's wussten, aber Hoffmann, der zum ersten Mal Vater geworden ist, "sogar vom eigenen Sohn", hatte seinen ersten Kontakt zum anderen Geschlecht an der Tankstelle. Aber so sind die Ostwestfalen halt.
Amüsant sind seine Geschichten des ganz banalen Alltags, auch wenn man das meiste schon mal gehört hat: von Petra, die ein paar Pfündchen zu viel hat und mit dem Lastenaufzug fahren muss; vom venezianischen Vollmond, der nicht strahlt, sondern nur reflektiert; von der spirituellen Weiterentwicklung oder vom Disco-Gang der Hormone. Is' klar! Natürlich durfte der Comedian nicht ohne Zugaben von der Bühne. SIE
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