Wesel: Saftiges Naturvergnügen
VON INES KLEPKA - zuletzt aktualisiert: 08.10.2007Wesel (RPO). Reportage Auf dem Bislicher Neuhollandshof begaben sich Jung und Alt auf eine Naturexpedition: Sie wandelten auf den Spuren von Bibern und untersuchten die Insektenwelt. Dazu gab es selbst gemachten Apfelsaft.
Blühstreifen
Bei dem Projekt der Naturschutzberatung NRW werden auf den Flächen von den beteiligten Agrarbetrieben die Blühstreifen ausgesät.
So werden Nahrungsangebote für Blütenbesucher wie Schmetterlinge und Bienen sowie Lebensraum für viele Wildtiere geschaffen.
„Hier gibt es heute jede Menge zu entdecken – keiner muss Angst haben, dass er etwas verpasst!“, versicherte Ute Buschhaus ihren Zuhörern und versprach nicht zuviel: Die mehr als 60 Gäste, die jetzt auf den Bislicher Neuhollandshof gekommen waren, erwartete eine Expedition ins Reich der Natur. Aus der Region, aber auch aus Düsseldorf waren 45 Kindern mit ihren Eltern angereist, um in die Welt der Bio-Apfelplantage einzutauchen. Zusammen mit ihrem Kollegen Marc Grawitschky hatte Ute Buschhaus, beide von der Naturschutzberatung NRW, ein vielseitiges Programm vorbereitet. „Familie Clostermann, die den Betrieb als Demeterhof betreibt, macht viel für den Naturschutz.“ Besonders die Beteiligung am Blütenstreifen in den Plantagen hier am Niederrhein hob sie hervor: „So finden Insekten auch im Herbst noch Nahrung. In so engagierte Betriebe kommen wir gerne zu unseren Ferienspaßaktionen.“
Ausgerüstet mit Stiefeln und Lupe
Thea Clostermann war begeistert von der großen Resonanz: „Ich wünsche euch gute Eindrücke, viel Erforschung und vielleicht könnt ihr auch uns noch etwas Neues zeigen!“ Damit waren die Nachwuchs-Naturkundler beim Ehrgeiz gepackt: In zwei Gruppen begaben sie sich zu Äpfeln, Bibern und den Krabbeltieren, die man in der Obstplantage findet.
Sophia und Nadja machten eine solche Expedition gestern zum ersten Mal, waren aber schon professionell ausrüstet mit Gummistiefel und Lupe. Für die Suche nach dem Biber waren die beiden Mädchen genau richtig ausgestattet: „Ballerinas sind hier heute fehl am Platz“, so Ute Buschhaus. Sie machte sich mit den Kindern und Eltern, die die Schubkarre für die Ausrüstung bewegen durften, auf, um in Gewässernähe die Spuren der Biber zu suchen. „Biber sind nachtaktiv – am Tag können wir nur sehen, was er angenagt hat“, erklärte die kundige Naturführerin. Schon bald klangen die aufgeregten Stimmen im Unterholz: „Hier sind Beißspuren!“ „Ja! Hier auch!“ – Die Kinder waren auf die Fährte des Nagetieres gestoßen.
Am Hof ging es derweil hoch her. Zwei Saftpressen waren unermüdlich im Einsatz: Eine manuelle und eine automatische Maschine wurden mit Hilfe der Besucher in Gang gesetzt. Die Kinder ließen es sich nicht nehmen, selber mit anzupacken. Emsig schnibbelten und entkernten sie die Äpfel, häckselten das Kernobst danach, um die entstandene Maische schließlich in die Saftpresse zu geben. Während das Mus in der automatischen Maschine wie von Zauberhand in Saft verwandelt wurde, ging es an der manuellen Presse nur mit Muskelkraft. Mark Grawitschky gab dabei Tipps: „Immer drei Umdrehungen, dann warten – so kommt mehr Saft raus!“ Die Kleinen befolgten den Rat, und so floss der Saft stetig in den Eimer, um von dort aus in Gläser umgefüllt und getrunken zu werden.
Einig war man sich schnell, dass der Saft von den Äpfeln frisch von der Plantage und direkt aus der Presse um einiges besser schmeckt als der aus der Tüte. „Voll lecker“, meinte Benjamin, und Malte fügte hinzu: „Und aus der Handpresse schmeckt er sogar noch besser – und es macht auch mehr Spaß!“ Ute Buschhaus sah sich so in ihren Zielen bestätig: „Das Naturerlebnis ist das Wichtigste. Was die Kinder hier heute erleben, werden sie sicher nie vergessen!“
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