Wesel: Sattelfeste Schützen-Tradition
VON CORNELIA KRSAK - zuletzt aktualisiert: 18.08.2008Wesel (RPO). vereinsporträt Die Schützen Obrighoven feiern ihr 175-Jähriges. Als Geburtsjahr des Vereins gilt 1833, obwohl die Wurzeln weiter zurückreichen. Zum Jubiläum werden weit über 1000 Gäste erwartet.
Nach mündlicher Überlieferung des verstorbenen Ehrermajors Viktor Wenning war seine Urgroßmutter Elise Schepers, geb. Kuhlmann, 1833 Schützenkönigin in Obrighoven. Obwohl klar ist, dass schon vor 1833 in Obrighoven Schützenfeste gefeiert wurden, wird das Jahr als Geburtsstunde des Schützenvereins Obrighoven geführt. Er feiert somit jetzt sein 175-jähriges Bestehen.
Der Bierpreis wird höher liegen als 1886, als es für den Beitrag von drei Mark 60 Glas gab. So steht es in der Chronik. Weitere Wegmarken: Als am 21. Juni 1902 Kaiser Wilhelm II. nach Wesel kam, stand der Schützenverein Obrighoven Spalier auf dem Berliner-Tor-Platz. Fortschrittlich war man auch: Am 28. Mai 1911 folgte die erste Damenversammlung. Das letzte Schützenfest vor dem Krieg fand im August 1939 statt. Weiter ging es im Juni 1949, als Alfons Körner erneut zum Präsidenten gewählt wurde. Das Königsschießen erfolgte mit Pfeil und Bogen, bis Fritz Mölleken ein Gewehr bei den Engländern besorgte. Wegen des starken Autoverkehrs verbot die Polizei 1957 (!) den Schützen-Umzug auf der B 58.
Junger Musiker haben Premiere
Auf viel Betrieb hofft der Verein auch beim Jubiläums-Schützenfest vom 22. bis 26. August. Dann wollen die Obrighovener ihren Gästen etwas Besonderes bieten. Von aktuell 674 Mitgliedern sind 64 im Jungschützenzug. Im Spielmannszug erlernen zehn Jugendliche ein Instrument. „Einige werden zum Jubiläum zum ersten Mal vor Publikum spielen“, sagt Präsident Manfred Krebber. Das Festprogramm beginnt am 22. August um 18 Uhr mit einem feierlichen Gelöbnis mit dem Fernmeldebataillon 284 auf dem Festplatz. Dabei wird der 40-jährigen Partnerschaft mit den Soldaten der Schill-Kaserne gedacht. Zum großen Jubiläumsball für geladene Gäste haben bisher 22 Vereine zugesagt. Der große Zapfenstreich findet am 22. August erstmals nach Einbruch der Dunkelheit um 21.30 Uhr auf der Paradewiese statt. Nach dem Antreten des Bataillons auf dem Marktplatz an der Pastor-Schmitz-Straße am 23. August um 12 Uhr marschieren die Schützen zum Evangelischen Krankenhaus, wo sie den älteren Mitbürgern ein Ständchen bringen – eine Tradition seit nunmehr 40 Jahren. Um 13.30 Uhr beginnt das Jubiläums-Königsschießen.
Parade auf dem Reitplatz
Am 24. August treffen sich alle geladenen Vereine im Festzelt und im Saal Schepers. Die Parade (ab 16.30 Uhr) findet nicht auf dem Festplatz statt, sondern auf dem Reitplatz Hohe Mark. Zum anschließenden Festakt werden 1200 Schützen und bis zu 3000 Zuschauer erwartet. 13 Musikzüge, darunter das Blasorchester Elten sowie die Spielmannszüge Drevenack und Fusternberg, werden gemeinsam aufspielen. Nach 18.30 Uhr beginnt der Königinnenball im Festzelt.
Der Frühschoppen aller Einheiten am 25. August (10 bis 15 Uhr) steht unter dem Motto „40 Jahre Kompanien im Schützenverein Obrighoven“ und findet erstmals im Festzelt statt. Auf die Schützen wartet eine musikalische Überraschung. Ab 20 Uhr folgt der Schützenball. Das Jubiläum endet am 26. August mit dem Kinderschützenfest. Das gab es erstmals 1951.
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