Wesel: Schneegestöber ohne Schrecken
VON MAITE WESELY, CORNELIA KRSAK UND JULIA NAKÖTTER - zuletzt aktualisiert: 11.01.2010Wesel (RPO). Wesel ist gut vorbereitet auf den Winter: Das befürchtete Chaos auf den Straßen blieb aus. Die städtischen Betriebe ASG streuten vor, während die Kunden auf dem Markt und in der Fußgängerzone zum Großteil ausblieben.
Das Schneechaos, ausgelöst durch Sturmtief "Daisy", blieb aus. Dennoch merkte man Wesels Innenstadt am Wochenende an, dass die Wetterwarnung ernst genommen wurde. Auf dem Großen Markt fanden sich am Samstagvormittag große Lücken zwischen den Marktständen. Viele der Verkäufer seien zu Hause geblieben, weil sie befürchteten, dass sie nicht wegkommen würden, hieß es im Gespräch mit verbliebenen Händlern. "Wir haben aus dem Fenster geschaut und gesehen, dass kein Schnee liegt. Deshalb sind wir auch gefahren", sagte Berta Kuhlmann.
Gewappnet gegen die Kälte und wenige, kleine Flocken waren die Verkäufer trotzdem. Ein Heizöfchen und Zeltwände hielten nicht nur das Gemüse auf Normaltemperatur. "Auffällig ist, dass sehr wenige Käufer kommen. Ich denke es liegt daran, dass sich alle in den vergangenen Tagen verrückt gemacht haben und die Leute das Wichtigste bereits eingekauft haben", vermutete Berta Kuhlmann.
Nur wenige Einsätze
Die Feuerwehr Wesel hatte bis gestern am frühen Abend keine Einsätze zu verzeichnen. "Total ruhig in der Stadt", lautete das Fazit der Wehrleute. Die Polizei Wesel, die mit mehr Kräften als üblich am Wochenende im Einsatz war, zeigte sich zufrieden. "Die Chaos-Prognose ist nicht eingetreten", hieß es aus der Wache. Bis gestern Nachmittag ereigneten sich in der Hansestadt nur vier Unfälle mit zwei leicht verletzten Personen. So stießen unter anderem in Flüren zwei Pkw auf rutschiger Fahrbahn zusammen.
Die Autos rollten, wenn auch langsam, durch Wesels Innenstadt. Busse und Bahnen kamen pünktlich oder mit üblicher Verspätung. "Der Fahrbetrieb läuft planmäßig. Die Straßen sind gut gestreut. Da muss ich den Winterdienst loben", sagte Jürgen Katae Busfahrer vom RVN. Auch Fußgänger konnten in der City vorankommen. Dafür sorgte unter anderem Michael Buss von den städtischen Betrieben ASG. Er war im Handstreudienst am Bahnhof und auf den Brücken tätig.
Kein zusätzliches Personal
"Da wir nicht wussten, wann die ersten Schneeflocken fallen werden, hat das Team aus 13 Mitarbeitern plus Einsatzleiter am Samstagmorgen um 4 Uhr die wichtigsten Straßen, den Großen Markt und die Fußgängerzone vorgestreut", erklärte Ulrich Streich, Technischer Leiter des ASG, gestern auf RP-Anfrage. Dies habe vor allem am Nachmittag für mehr Sicherheit gesorgt, als der dichte Schneefall einsetzte. "Der Schnee konnte sich nicht festsetzen. Was blieb war Matsch", bilanzierte Streich.
Bis auf die Nebenstraßen, die heute über Tag mit Sand sicher gemacht werden sollen, waren gestern Nachmittag alle wichtigen Fahrbahnen der Stadt wieder frei. "Daisy" habe, so Streich, für ein normales Winterdienst-Wochenende gesorgt. Zusätzliches Personal wurde nicht benötigt, die knappe Salzration nicht über Gebühr beansprucht. "Damit werden wir diese Woche wohl auskommen."
Mit warmen Fleece-Westen unter der Dienstkleidung schützten sich am Samstag auch die Helfer der Jugendfeuerwehr Büderich gegen Wind und klirrende Kälte. Zum ersten Mal boten die Jugendlichen gemeinsam mit dem CDU-Ortsverein Büderich einen Abholdienst für Weihnachtsbäume an. Mit Trecker und Anhänger, die von Johannes Billen und Hans-Heinrich van Husen zur Verfügung gestellt wurden, ging es bei Schnee und Wind kreuz und quer durch das Polderdorf.
Vom befürchteten extremen Wetter blieben alle Helfer verschont. Als am Nachmittag kräftigeres Schneegestöber einsetzte, war die Aktion erfolgreich beendet.
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