Hamminkeln: Schöpfung und der Weltplaner
VON MALTE SCHMITZ - zuletzt aktualisiert: 28.08.2007Hamminkeln (RPO). Klausenhof: Aachener Professor über Darwin, Fundamentalisten und „biblische Dichtung“
Theologe und Biologe
Professor Dr. Ulrich Lüke hielt in der Akademie Klausenhof in Dingden einen Vortrag über die Entstehung des Menschen. Lüke hat sowohl Biologie als auch Theologie studiert und war somit als Referent prädestiniert.
Das Thema erfährt spätestens seit den Aussagen der hessischen Kultusministerin Wolff hohe Brisanz.
Wem soll man bezüglich der Entstehung des Menschen mehr Glauben schenken? Charles Darwin mit seiner Evolutionstheorie oder doch lieber der guten alten Schöpfungsgeschichte? Dies ist derzeit Gegenstand heftiger Diskussionen in den USA und mittlerweile auch in Deutschland.
Am Sonntag fand in der Dingdener Akademie Klausenhof eine gut besuchte Vorlesung zum Thema statt. Referent war Professor Dr. Ulrich Lüke, Direktor des Institutes für Katholische Theologie der Technischen Hochschule Aachen. Er stellte die biblische Schöpfungsgeschichte der Evolutionstheorie Darwins gegenüber. Grundlage für den Vortrag war die derzeitige Auseinandersetzung von fundamental bibeltreuen Christen, den sogenannten Kreationisten, und modernen Evolutionsforschern.
Die Anhänger des Kreationismus nehmen die Mythen der Schöpfung aus dem alten Testament wörtlich und gehen von einem intelligenten, göttlichen Weltplaner aus. Fünf Milliarden Jahre Entstehungszeit würden für ein so komplexes Wesen wie den Menschen nicht ausreichen. Große Veränderungen könnten nur durch einen „Designer“ geschaffen worden sein.
„Die Schöpfungsgeschichte ist Dichtung und darf nicht wörtlich genommen werden“, so Lüke und sprach den fundamentalen Christen niveauvolle Diskussionsfähigkeit ab. Doch auch für Anhänger der Evolutionstheorie, etwa Biologen, welche sich oft auf den Zufall für die Entstehung der Menschheit beziehen, fand Lüke die passenden Worte. „Zufall schließt einen Plan oder eine Absicht nicht aus“, erklärte er. So könne sich etwa ein Kind physisch wie psychisch zufällig entwickeln, sei aber trotzdem gewollt.
Demnach könne Gott nicht vom Zufall verdrängt werden. Die Evolution sei eine gut begründete Theorie, habe jedoch nichts mit Sinn und Ziel im Leben zu tun. Ebenso lieferte die Theorie keine Antworten auf existentieller Ebene, die Schöpfungsgeschichte hingegen schon.
Zum Schluss plädierte Lüke für eine Beilegung der gängigen Praxis, beide Erklärungen allzu widersprüchlich zu sehen, um ein höheres Diskussionsniveau zu schaffen.
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