Schermbeck: Senioren testen Bus-Rampe
VON HELMUT SCHEFFLER - zuletzt aktualisiert: 05.11.2009Schermbeck (RPO). Unter dem Motto "Mobil im Alter – Bitte einsteigen" gab es im Rathaus Nahverkehrs-Tipps für Senioren. Sie lernten Fahrpläne und Tarife kennen, testeten das Ein- und Aussteigen in einen Bus und äußerten Wünsche.
Ältere Menschen brauchen keine Angst vor Bus und Bahn haben, denn für ungeübte Senioren gibt es Hilfe beim Lesen und Verstehen von Fahrplänen und Tarifen des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Diesen Eindruck konnten die Besucher der Informationsveranstaltung "Mobil im Alter – Bitte einsteigen" jetzt im Schermbecker Begegnungszentrum gewinnen. Eingeladen hatte der Kreis Wesel auf Anregung der Mitglieder am "Runden Tisch Ältere Menschen".
Auf Fragen wie "Wo kriege ich überhaupt eine Fahrkarte?" und "Welcher Bus fährt nach Dorsten?" wussten Martin Blome und Werner Abels-Vehns von der Regionalverkehr Niederrhein GmbH (RVN) eine Antwort.
Anrufsammeltaxi
Ein Anruf zum Ortstarif unter 01801 64242778 bis 30 Minuten vor der geplanten Abfahrt stellt sicher, dass man an der genannten Haltestelle abgeholt wird. Senioren, die flexibel beim Abfahrt-Zeitpunkt sind, können Geld sparen. Wer zwischen 9 und 13 Uhr eine "Schnäppchenkarte" löst, braucht für Hin- und Rückfahrt nach Dinslaken statt 8,50 Euro insgesamt nur fünf Euro zu zahlen.
Das Angebot Frank Haarmanns, der beim Kreis Wesel Ansprechpartner für den ÖPNV ist, mutig Fragen zu stellen und Anregungen zu geben, ließen sich die Teilnehmer nicht entgehen. Antworten zu den Standorten von Haltestellen, zum Liniennetz und Fahrzeugen gab es außerdem von Verkehrsplaner Kai Pachan.
SB 28 ist die wichtigste Linie
Als wichtigste Linie für Schermbeck wurde der Schnell-Bus SB 28 vorgestellt, der einen Anschluss im 30-Minuten-Takt ermöglicht. Daneben gibt es die SB 28 und die Linie 71, die einzeln in einem Intervall von 25 bis 120 Minuten verkehren, und etwa alle zwei Stunden zeitgleich am Verkehrsknoten Schermbecker Rathaus eintreffen. Am Beispiel der Linie 71 für die Verbindung von Altschermbeck nach Raesfeld wurde das Anrufsammeltaxi erläutert (siehe Info).
Am Ende der Veranstaltung gab es nicht nur eine Fülle von Broschüren und einen Fahrplan mit auf den Heimweg, sondern auch kostenlos ein Tages-Ticket im Wert von fünf Euro, mit dem die Teilnehmer nun einen ganzen Tag lang bei Kreuz- und Querfahrten durchs Gemeindegebiet die ÖPNV-Praxis testen können.
Mit einer Testfahrt durch den Ortskern endete der Nachmittag. Die Rollatoren-Benutzer konnten dabei ohne fremde Hilfe bei ausgefahrener Rampe ins Innere des Busses gelangen und nachher wieder aussteigen. "Wir streben einen flächendeckenden Einsatz solch moderner Busse an", stellte Werner Abels-Vehns in Aussicht. Einige Anregungen nahmen die ÖPNV-Vertreter mit auf den Weg.
Anschluss-Problem beseitigen
Erbeten wurde eine stärkere Anbindung an die Kreisstadt am Wochenende, weil der letzte Bus am Sonntag um 18 Uhr in Wesel startet. Zudem soll überprüft werden, ob ein seit dem letzten Fahrplanwechsel aufgetretenes Problem beseitigt werden kann. Die Linie 28 fährt nämlich fünf Minuten später nach Dorsten. Dadurch verpasst man dort den Anschluss zum Krankenhaus.
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