Wesel: Seuchenkasse hat die Beiträge erhöht
VON CORNELIA KRSAK - zuletzt aktualisiert: 01.09.2008Wesel (RPO). Die Blauzungenkrankheit hält die Schafzüchter im Kreis Wesel weiter in Atem. In den nächsten Wochen wird sich zeigen, ob die Impfung der Tiere den erhofften Erfolg bringt. Im vergangenen Jahr waren allein im Kreisgebiet mehr als 2000 Schafe an der Viruserkrankung verendet, beziehungsweise mussten getötet werden.
Für die Verluste haben die Schafzüchter eine Entschädigungszahlung von der Tierseuchenkasse erhalten. Diese hat eine Erhöhung des Jahresbeitrags 2008 für Schafhalter auf sechs Euro pro Tier beschlossen und stößt damit auf Unverständnis bei den Betroffenen.
"Wir wehren uns"
"Was nützt die beste Entschädigung, wenn wir jetzt doch wieder einzahlen müssen? Wir werden uns dagegen wehren", sagte der Vorsitzende des Kreisverbands der Schafzüchter, Hans Holtkamp (Mehrhoog), bei der Mitgliederversammlung in der Gaststätte "Marktschänke"“ in Büderich.
Organisation
Rund 530 Schafhalter gibt es im Kreis Wesel.
Etwa 50 sind im Kreisverband der Schafzüchter organisiert. Der Schafzuchtverband NRW hat 2300 Mitglieder.
Viele Züchter hätten noch immer massiv unter den Folgen der Seuche zu leiden. Etliche Schafe seien nicht trächtig geworden, Jungtiere entwickelten sich schlechter. Es gebe Hufkrankheiten und große Probleme mit Wurmbefall, da die Tiere in ihrem Immunsystem angegriffen seien. Die Beitragserhöhung sei unverhältnismäßig und stelle für viele Schafhalter eine große finanzielle Belastung dar. Holtkamp riet den Mitgliedern, Widerspruch gegen die Zahlungsaufforderung der Tierseuchenkasse einzulegen.
"Wir sind nicht gewillt, den Beschluss einfach so hinzunehmen", betonte der Vorsitzende. Mit einer Abordnung des Schafzuchtverbandes wolle man mit dem Problem an die Politik herantreten und um einen Gesprächstermin im Düsseldorfer Ministerium bitten.
"Die Höhe des Beitrags steht in keinem Verhältnis zum Marktwert der Tiere", kritisierte auch der stellvertretende Vorsitzende des Schafzuchtverbandes NRW Erich Specht. Eine Alternative sei, die Beiträge über einen längeren Zeitraum langsam anzuheben. Besorgt sind die Schafzüchter auch darüber, ob die flächendeckende Impfaktion hält, was sie verspricht. "Im Moment ist alles ruhig, doch im letzten Jahr ging es erst um diese Zeit richtig los", so Holtkamp.
Ein erfreulicheres Thema auf der Tagesordnung war die traditionelle Herbstauktion in der Niederrheinhalle Krefeld. Die Veranstaltung wurde am Wochenende von Züchtern aus ganz NRW beschickt.
Hoffnungsvollen Züchternachwuchs gibt es auch im Kreis Wesel: Stefan Lotzmann aus Ringenberg hat bei der Auktion seinen vielversprechenden anderthalbjährigen Texelschaf-Bock vorgestellt. Der 26-Jährige Tischlermeister züchtet hobbymäßig Texel, Fuchsschafe und Heidschnucken. Schon im letzten Jahr holte er mit seinem Lammbock einen ersten Preis. Sein Erfolgsrezept? "Man muss ein Auge für Qualität entwickeln", so Lotzmann. Von den "Altzüchtern" im Verband kann er sich manchen guten Tipp holen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




