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Hamminkeln: Sommer-Rose für den Bischof

VON BERNFRIED PAUS - zuletzt aktualisiert: 03.07.2009

Hamminkeln (RPO). Die Akademie Klausenhof feierte gestern mit einem Festakt ihr 50-jähriges Bestehen. Es gab Bekenntnisse zur Vermittlung von Werten aus dem Glauben. In die Freude mischen sich Sorgen um die Zukunft der Weiterbildung.

Schulministerin Barbara Sommer lernte gestern am ersten Tag der Sommerferien Weihbischof Dr. Franz-Josef Overbeck kennen. Die Festredner beim 50-jährigen Jubiläum der Akademie Klausenhof verstanden sich auf Anhieb.   Foto: RPO
Schulministerin Barbara Sommer lernte gestern am ersten Tag der Sommerferien Weihbischof Dr. Franz-Josef Overbeck kennen. Die Festredner beim 50-jährigen Jubiläum der Akademie Klausenhof verstanden sich auf Anhieb. Foto: RPO

Die Akademie Klausenhof hat im zurückliegenden halben Jahrhundert auf vielfache Weise völlig unterschiedliche Menschen ein gutes Stück näher gebracht und so die Welt ein wenig freundlicher gestaltet. So war's denn auch gestern beim offiziellen Festakt in der Dingdener Akademie. Schulminsterin Barbara Sommer hatte den Münsteraner Weihbischof Dr. Franz-Josef Overbeck, neben dem sie platziert war – "ein Vorzug", wie sie fand – erst vor kaum einer Schulstunde kennen gelernt. Der hoch gewachsene Mann im würdevollen bischöflichen Ornat hatte sie so beeindruckt, dass es ihr ein Bedürfnis war, ihm eine Rose aus dem Blumenstrauß zu schenken, den Akademie-Direktor Dr. Aloys Becker der Festrednerin überreicht hatte.

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Qualitätsanspruch

Dr. Aloys Becker, seit 30 Jahren Direktor der Akademie, hatte das letzte Wort.

Er forderte, den alten Gedanken der "Heimvolkshochschule" neu zu beleben, in der nicht nur formell gelernt, sondern auch gelebt werde. Das Internat biete intensive pädagogische Chancen und bringe bessere Ergebnisse.

Einen fast flehenden Appell richtete Becker an die Politik, den Preisverfall auf dem Gebiet der Weiterbildung zu stoppen. Qualität habe eben ihren Preis und sichere verlässliche "Partner vor Ort".

Doch so leicht schenkt Frau Ministerin, eine protestantische zumal, einem katholischen Bischof keine Rose. Es bedurfte der handfesten Mithilfe von Domkapitular Walter Böcker, Vorsitzender der Klausenhofstiftung, die ministerielle Geste zu vollenden. Der Bischof dankte für die Blume auf seine Weise. In der Kirche heiße, was Gott verbindet, soll der Menschen nicht trennen. Dr. Overbeck übersetzte schlagfertig: "Was die Floristin bindet, ...." Es war eine heitere Feier bei hochsommerlichen Temperaturen, in der durchaus Nachdenkliches und Nachdenkenswertes zur Sprache kam.

"Ein Weltereignis für Dingden"

Vor die Worte hatte die Fest-Regie einen Dokumentar-Film gesetzt, der im Wochenschau-Format zurück versetzte in die Zeit, als der Drei-Millionste-Käfer vom VW-Band lief und "im Herzen Europas", Kardinal Frings die Kaderschmiede für die deutsche Landjugend einweihte – "ein Weltereignis für Dingden", so Dr. Becker.

Herrschaftliches Geleit für Ministerin Sommer (helle Jacke): Dr. Hans-Georg Schmitz (CDU-Fraktionschef im Kreistag), Dr. Hans Amendt (Vize-Chef im Klausenhof), Kreisdirektor Ralf Berensmeier, Landrat Dr. Ansgar Müller (v.r.). Foto: RPO

Weihbischof Overbeck spannte den Bogen von damals bis heute, zwischen das Begriffspaar Arbeit und Ethos, die ohne einander nicht sein können, um eine je zeitgemäße "Professionalität" zu entwickeln. Professionelle Arbeit, so der Theologe, sei eben "mehr als Können und Wissen". Sie brauche auch Denken und Glauben. "Frömmigkeit wird in der Arbeit konkret", formulierte der Bischof die auf die Welt gerichtete Orientierung des Christenmenschen. Arbeit müsse stets "der Würde des Menschen zuträglich" sein, komme ohne "jegliche Form der Solidarität" nicht aus, auch und gerade nicht in der globalisierten Welt. Glaube sei nicht auf den kirchliche Raum beschränkt, sondern "Gott, in der Arbeit zu entdecken". Bildung sei so immer auch Herausbildung von Persönlichkeit. Ministerin Sommer gefiel's so gut, dass sie ihr 24-seitiges Manuscript – auch angesichts der Temperaturen – in der Tasche ließ und frei sprach über Werte, die der Mensch wolle statt "Armut der Gefühle". Das Land sei auch in Zukunft "verlässlicher Garant" für die Vermittlung von Werten. Für das Wort der Ministerin gab's Beifall. Und Blumen.

Quelle: RP

 
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