Wesel: Sonntags auf Geschenkejagd
VON INES KLEPKA - zuletzt aktualisiert: 07.12.2009Wesel (RPO). Unter einem Meer von Regenschirmen schoben sich am Sonntag die Menschen durch die Weseler Innenstadt: Beim verkaufsoffenen Sonntag suchten sie Zuflucht in den Geschäften, die ihre Türen für die Weihnachtskundschaft weit geöffnet hatten.
"Einen solchen Sonntag brauchen wir einfach im Wettbewerb mit den anderen Städten", betonte Marion Day, Inhaberin des Fachgeschäftes Scherz und Vorsitzende der Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Cityachse.
"Und viele Familien haben sonst einfach keine Zeit, ihre Weihnachtseinkäufe zu erledigen, weil die Eltern lange arbeiten müssen." Ihre Kunden waren voll des Lobes für den spontanen Nikolausmarkt am Berliner Tor: "Viele sind extra deswegen noch einmal hierhin gekommen und waren ganz begeistert."
Bei Spiel- und Lederwaren Franck suchten Eltern und Verwandte, Patentanten und Großmütter nach dem passenden Geschenk für den Nachwuchs. Inhaberin Dorothee Cramer war zufrieden: "Natürlich kommen schon viele Menschen. Allerdings erwarten wir heute keinen Super-Boom."
Ein bisschen Luxus
"Die Leute wollen mit ihren Geschenken den anderen eine Freude bereiten – der Preis ist da egal", so Scherz-Chefin Marion Day. "Zu Weihnachten steht das Verwöhnen im Vordergrund. Da darf es auch mal Luxus sein."
Dem wirke alleine schon das schlechte Wetter tatkräftig entgegen. "Und viele Leute sind heute auf privaten Nikolausfeiern. Aber es läuft doch ganz gut." Nach wie vor zu den beliebtesten Präsenten unterm Weihnachtsbaum gehören neben Lego, Playmobil, Lerncomputern und Gesellschaftsspiele mittlerweile auch wieder Carrera-Bahnen und Bücher.
Ben und Jack Sill konnten damit wenig anfangen: Sie wünschen sich vom Christkind BMX-Räder. "Und einen ferngesteuerten Trecker", erklärte Jack. "Aber wir gehen die Geschenke für die Kinder natürlich dann einkaufen, wenn sie nicht dabei sind – also nicht heute", sagt Mutter Kerstin Sill. "Wir kommen gerade vom Bowlen, und jetzt nutzen wir eben die Gelegenheit, um durch die Einkaufsstraße zu schlendern und Schaufenster zu gucken", ergänzt Vater Stefan, dem der verkaufsoffene Sonntag gefällt.
Schmuck in letzter Minute
"Wir haben heute schon viele neue Gesichter gesehen", freut sich Wohntrend-Chef Markus Münnich über die Schar der Interessenten. "Aber viele schauen sich auch erst einmal um." Die Erfahrung zeige, dass eine große Zahl der Geschenke erst in der letzten Minute gekauft würden.
"Gerade Schmuck läuft immer sehr spät." Auch hochwertige Dekoartikel finden ihren Weg auf den Gabentisch immer öfter auf den letzten Drücker. Rein finanziell, gesteht Münnich, lohne sich der verkaufsoffene Sonntag nicht: "Es verlagert sich eben, aber dadurch wird die Kasse nicht voller."
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