Wesel: Sparkasse steigert sich
VON THOMAS HESSE - zuletzt aktualisiert: 14.01.2011 - 20:10Wesel (RPO). Marktführer Verbands-Sparkasse: "ordentliches Wachstum" in schwierigem wirtschaftlichen Umfeld. Bankinstitut hat Kreditgeschäft stark gesteigert. Private Banking bringt neuen Schub. Spendensumme ist auf Rekordhoch.
2010 wird als gutes Jahr in die Annalen der Verbands-Sparkasse eingehen. 7,2 Prozent plus beim Kreditwachstum, 6,7 Prozent aufwärts beim Einlagenwachstum, drei Prozent mehr beim Geschäftsvolumen (nun 1,675 Milliarden Euro), guter Jahresertrag, wobei das Ergebnis traditionell nicht genannt wird: Die Kennziffern, die gestern die Vorstände Friedrich-Wilhelm Häfemeier und Ingo Ritter vorlegten, beweisen den Aufwärtstrend.
Auch 2011 soll es vorangehen. Die Rahmendaten stimmen ebenso wie die Stärke der (exportorientierten) heimischen mittelständischen Wirtschaft, der die Sparkassen-Chefs "hohe Kraft" bescheinigen. Das gelte für Wesel, wo Innenstadtsanierung, neue Umgehungsstraßen und Hafen wie ein "langfristiges Konjunkturprogramm wirken könnten". Aber auch für Dingden, wo Häfemeier der zeitweise gebeutelten Textilindustrie eine gute Zukunft prophezeit. Die Sparkasse selbst sieht sich gut gewappnet: Private Banking mit Qualitäts-Alleinstellungsmerkmal für die Region bringt vermögende Kunden, Freiberufler werden erfolgreich beraten (siehe Text rechts).
21 Filialen
Zum Modell Sparkasse gehört das Bekenntnis zur "Präsenz in der Fläche". 21 Filialen gibt es in Wesel, Hamminkeln und Schermbeck. Umfassend saniert wurde 2010 die Zweigstelle in Flüren.
Ganz vorne im Rheinland
Vor allem die Ausweitung des Kreditvolumens auf 1,197 Milliarden hebt Häfemeier hervor. Die Kundeneinlagen sind auf 896 Millionen gestiegen. "Beim Ertrag sind wir mit dem Ergebnis zufrieden. Unser Eigenkapital wächst, wir sind eine der am besten eingestuften Sparkassen im Rheinland", sagte Häfemeier. Ganz wichtig: Die starken eigenen Rücklagen und die Risikovorsorge würden die Möglichkeiten einer ausreichenden Kreditvergabe sichern. Fazit: von Kreditklemme keine Spur. Und mit Selbstbewusstsein: "Die Verbands-Sparkasse ist und bleibt ein Hort der Stabilität. Wir bleiben Marktführer."
Ingo Ritter betont die verstärkte Hinwendung zu den Kunden. So gibt es nicht nur 1700 zusätzliche Girokonten, sondern auch Internet-Strategien, die "mehr sind als übliches Direct Banking". Vor allem: "Weg von den Produkten, hin zu den Wünschen der Kunden und das mit mehr Beratungsintensität." Altersvorsorge, Förderung energetischer Sanierung und der "Trend zum Betongold" seien die Top-Themen. Folge ist, dass die "Immobilie als Inflationsschutz" eine Renaissance erlebt. Das hilft auch der Grundstücks- und Gebäudevermarktung. Doch nicht alles funktioniert gleich gut. Während Projekte in Schermbeck oder Dingden laufen, ist Wohnbau in Marienthal schwierig und langfristig angelegt.
Die Sparkasse sieht sich auch 2011 ganz vorne. Regional verwurzelt, präsent in der Fläche, mit (per Studie belegtem) Vertrauensvorsprung: Das Image in der Region ist bestens, und so soll es bleiben. Als engagierter Partner der Vereine und Verbände zeigt sich die Sparkasse deshalb mit Vorliebe. Die Spendensumme erreichte im vergangenen Jahr mit 670 000 Euro ein Rekordhoch. Ein Geldsegen in Zeiten knapper öffentlicher Kassen.
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