Hamminkeln: SPD Hamminkeln setzt Pflöcke
VON BERNFRIED PAUS - zuletzt aktualisiert: 11.03.2010Hamminkeln (RPO). Teufelstanz ein Höhepunkt Ortsverein Hamminkeln zieht inhaltliche Konsequenzen aus den Wahlniederlagen der Vergangenheit. Arbeitsgruppe stellt Positionspapier vor mit vielen Ideen und viel Zündstoff. Der Blick geht Richtung "Gemeinschaftsschule". Genossen denken über Alternativen zur West-Tangente nach.
Der SPD Ortsverein Hamminkeln hat die Schockstarre nach der erneuten Klatsche bei der Kommunalwahl offenkundig überwunden, zieht ihre Lehre daraus und demonstriert kämpferischen (Über)Lebenswillen. Gestern präsentierten die Genossen unter dem Titel "Zusammenhalt in Hamminkeln" ein fast 40-seitiges kommunalpolitisches Manifest. Darin skizzieren sie zentrale Positionen, die wie die Schulpolitik teils weit über die eigenen dörflichen Grenzen hinaus gehen und eine Menge Diskussionsstoff liefern. Zentrales Ziel der SPD-Offensive ist es "wieder intensiv mit Bürgern ins Gespräch zu kommen", so Ratsherr Jörg Adams.
Er war mit Bernd Störmer der einzige Mandatsträger in der Arbeitsgruppe, die intensiv an der Trendwende arbeitet und mit dem Strategiepapier Pflöcke einschlägt für den künftigen Kurs des Ortsvereins. Das wird sicher nicht folgenlos bleiben. Das per Power Point dargestellte Thesenpapier soll auch der Fraktion und der Gesamtpartei vorgestellt werden und einen kräftigen Impuls liefern, die Genossen in der Stadt aus dem Tief zu führen. Die Kernaussagen: SCHULE Die Genossen favorisieren im Schulzentrum eine "Gemeinschaftsschule", wie sie auf Landesebene diskutiert wird. Hier werden Haupt- und Realschule eingehen, mit dem Ziel sämtliche Abschlüsse bis hin zur Hochschulreife anbieten zu können. Klar kommt der Hinweis, dass der Schulentwicklungsplan mitgedacht und der Elternwille zentrales Entscheidungskriterium sein soll. Auch behinderte Schüler sollen aufgenommen werden. Qualifizierte Ganztagsbetreuung gehört zum Programm. VERKEHR Die West-Tangente soll nur gebaut werden, wenn die südliche Anbindung an die Diersfordter Straße (L 480) gesichert ist. Bekanntlich hat die Stadt auf dem Süddrittel noch nicht alle Grundstücke. Die Genossen wollen zudem die aktuelle Untersuchung abwarten, die den Bedarf prüft. Hier deutet sich eine Abkehr von der jahrzehnte alten Perspektive an. Denn, so heißt es, beim möglichen Verzicht auf die Nord-Südtrasse könnten "frei werdende Mittel zur Verbesserung des innerörtlichen Verkehrs genutzt werden". Ein Konzept zur Lenkung soll mit den Geschäftsleuten entwickelt werden. WOHNEN Der Ortsverein spricht nicht mehr von Lidl auf dem Gelände des alten Sportplatzes an der Brüner Straße. Er sieht hier Raum für eine "Mehrgenerationenwohnanlage" mit Anbindung an die alte Vorstellung vom "Mehrgenerationenpark Bergfrede". Die Bebauungspläne sollen durchforstet werden, um eine "weitere Verdichtung im Orstkern" zu verhindern. SOZIALES LEBEN Das Forum in der Schule könnte auch als "Bürgerzentrum" für Kulturangebote ("Hamminkelner Abende") genutzt werden. Hier siedeln die Vordenker in der SPD auch die "Stadtbücherei als Medienzentrum mit Literaturcafé" an. Zudem unterstützen die Genossen die Absicht, im Haus Oertmann an ein Heimathaus zu etablieren. VERWALTUNG Externe Experten sollen die Arbeit im Rathaus unter die Lupe nehmen, um sie effizienter zu gestalten. Damit das alles auf einen Weg kommt, der von breitem Konsens getragen ist, will die SPD ein "Netzwerk Hamminkeln" knüpfen, um mit Kirchen, Vereinen und Verbänden in einen konstruktiven Dialog einzusteigen.
Erlös für gute Zwecke Ein Schwerpunkt
Der Erlös des 7. Benefiz-Konzerts im fast voll besetzten Bühnenhaus geht an die Greifvogelstation und die MS-Selbsthilfegruppe.
Die Stadt Wesel und das Fernmeldebataillon 284, seit 2003 in Wesel stationiert, traten als Veranstalter auf. Kasernenkommandeur Oberstleutnant Kai Lootz und Bürgermeisterin Ulrike Westkamp sprachen Begrüßungsworte.
Die SPD will die Seniorenpolitik noch stärker in den Blick nehmen. Sie will eine Stabstelle Demografie (Senioren/Familie) im Rathaus. Die soll unter anderem einen Masterplan für eine seniorengerechte Stadt entwickeln.
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