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Kreis Wesel: SPD setzt weiter auf Ansgar Müller

VON JÖRG WERNER - zuletzt aktualisiert: 01.11.2008

Kreis Wesel (RPO). Die SPD im Kreis Wesel schickt den amtierenden Landrat Dr. Ansgar Müller bei der Kommunalwahl im kommenden Jahr wieder ins Rennen um den Chefsessel im Weseler Kreishaus. Bei der Wahlkreiskonferenz des SPD-Unterbezirks erhielt er knapp 88 Prozent der Stimmen.

Beifall für Ansgar Müller. Die SPD möchte, dass er Landrat bleibt.   Foto: RPO
Beifall für Ansgar Müller. Die SPD möchte, dass er Landrat bleibt. Foto: RPO

„Hier stehe ich, ich kann nicht anders.“ Müller eröffnete seine Bewerbungsrede passend zum Reformationstag. Das „Gott helfe mir. Amen“ Martin Luthers ersetzte er dann allerdings durch den Hinweis „und ich will auch nicht anders“. Damit hatte er die Melodie angeschlagen, die er während seiner Rede ständig variierte. Die Noten dazu hatten ihm, wie berichtet, passenderweise die Fraktionschefs von CDU, FDP und Grünen im Kreistag geliefert, die gerade Müllers Einladung zum interfraktionellen Gespräch ausgeschlagen und angekündigt hatten, auch weiterhin derartige Gespräche zu verweigern.

Angriffslustig, staatsmännisch

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Bildung und Arbeit

In ihren Reden skizzierten der SPD-Unterbezirkschef Dr. Michael Heidinger und Landrat Dr. Ansgar Müller die Inhalte, mit denen die SPD bei den Wählern punkten will. Die Sozialdemokraten im Kreis Wesel setzen auf die Themen „Bildung“, Beschäftigung“ und „Ausbau der sozialen Infrastruktur“. Damit wollen sie wieder, so Heidinger, die „Nummer eins“ im Kreis werden.

Und so präsentierte sich Müller den Genossen der Wahlkonferenz in der Dinslakener Stadthalle als der aufrechte Chef der Kreisverwaltung, geradlinig im Sinne der Menschen des Kreises handelnd, dem die Mehrheit des Kreistags mit Sturheit und verantwortungsloser Verweigerungshaltung das Leben schwer macht. Müller zeigte sich angriffslustig, giftete gegen die CDU, die, als sie die Landrätin und gemeinsam mit der FDP die Mehrheit im Kreistag stellte, nichts zustande gebracht habe, jedenfalls nichts Gutes. Er nahm sich seinen Kreisdirektor und Gegenkandidaten Ralf Berensmeier vor und warf ihm vor, das Gebot der Loyalität zu verletzen und nach dem Motto „Draufhauen ja, Verantwortung übernehmen nein“ zu verfahren. Wer derart die Backen aufblase, wie das Berensmeier tue, müsse aufpassen, denn, wenn er den Mund aufmache, merkten die Leute schnell, wie viel heiße Luft herauskäme. Von der Attacke wechselte Müller zur Attitüde des Staatsmanns, stets auf Kooperation im Dienste der Sache bedacht. Müller forderte eine neue Kultur des Miteinanders im Kreistag, zeichnete das Bild eines Kreises, der „im Grundsatz nicht schlecht aufgestellt ist“ und der über all da erfolgreich sei, wo es gelinge, gemeinsam Politik zu gestalten. Diesen Willen zur Zusammenarbeit sprach er der Kreistagsmehrheit ab. „Das, was in den vergangenen Monaten im Kreistag abgegangen ist, hat mit den wahren Sorgen und Nöten der Bürger nichts zu tun.“ Die Konsequenz ist für Müller klar: „Die SPD muss im Kreistag wieder zur stärksten Kraft werden, an der niemand vorbeipolitisieren kann.“ Und deswegen sein Appell an die Genossen: „Lasst uns geschlossen auf dieses Ziel hinarbeiten.“ Der Appell fruchtete. Müllers Rede wurde eifrig beklatscht. Die Versammlung nominierte ihn mit 120 Ja- , zwölf Nein-Stimmen bei fünf Enthaltungen zum Titelverteidiger. Das kann Müller als achtbares Ergebnis werten, auch wenn es nicht ganz so gut ausfiel, wie bei seiner letzten Nominierung.

Quelle: RP

 
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