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Wesel: Spritzkur für den Stadt-Deich

VON FRITZ SCHUBERT - zuletzt aktualisiert: 19.11.2008

Wesel (RPO). Der Beton der Hochwasserschutzmauer nahe Flachglas und Kläranlage muss saniert werden. Vor neun Jahren waren die Schäden entdeckt worden. Jetzt stehen die Fördermittel für das 530.000-Euro-Vorhaben bereit.

Beton ist an vielen Stellen abgeplatzt und hat Bewehrungsstahl freigelegt. Der hat bereits Rost angesetzt. Foto: RPO
Beton ist an vielen Stellen abgeplatzt und hat Bewehrungsstahl freigelegt. Der hat bereits Rost angesetzt. Foto: RPO

Vor gut 80 Jahren konnte man am Willibrordi-Dom paddeln. Seitdem blieb die Innenstadt von extremem Hochwasser verschont. Das soll auch so bleiben, denn jetzt muss der so genannte Stadtdeich saniert werden. Der wird von den meisten Weselern gar nicht als solcher wahrgenommen.

Denn die 1979 / 1980 aus Beton errichtete und jetzt rissige Hochwasserschutzmauer fällt kaum ins Auge. Sie zieht sich relativ verborgen als Verlängerung des Auedamms von der Delogstraße aus 1,5 Kilometer lang Richtung Süden. Das Bollwerk klammert das Flachglasgelände und die Kleingärten an der Fischertorstraße aus. Im weiteren Verlauf schützt die Mauer unmittelbar Wohngebiete wie den Halben Mond und die Kläranlage.

Info

Auch Tunnel ist Thema

Der Ausschuss für Stadtentwicklung kommt am Dienstag, 25. November, um 16.30 Uhr im Weseler Ratssaal zusammen.

Neben der Sanierung des Stadtdeichs steht auch das Thema Bahnhofstunnel auf der umfangreichen Tagesordnung. Bekanntlich wird er teurer und seine Fertigstellung verzögert sich.

Außerdem geht es um die Betuwe-Resolution, die Erweiterung des EU-Vogelschutzgebietes und etliche Bebauungspläne.

In Höhe der Werftstraße läuft sie allmählich aus. Ab dort ist das Gelände wieder bis zur B 58 am Lippedeich auf hochwassersicherem Niveau. Ohne das Bauwerk würde der Rhein sich über die Fischertorstraße Richtung City ausbreiten können.

Großprojekte hatten Priorität

Grund zur Panik gibt es nicht. „Die Mauer fällt ja nicht um und durchgesickert ist bislang auch noch nichts“, sagten ASG-Betriebsleiter Franz Michelbrink und sein Ingenieur Raimund Gödde gestern im RP-Gespräch unisono.

Dennoch wird es allmählich Zeit, die bereits 1999 bei der Deichschau festgestellten Schäden in Angriff zu nehmen. 2000 hat es eine Untersuchung für ein Instandsetzungskonzept gegeben. Seitdem hat Wesel auf Fördermittel gewartet. Priorität hatten am Niederrhein zunächst die großen Deichbau-Vorhaben wie das in Büderich.

Auf zwei Jahre strecken

Dennoch betrachtet auch die Bezirksregierung die Reparatur der Weseler Mauer als „zwingend erforderlich“. Und sie wird nicht billig. 530 000 Euro sind veranschlagt. Nun ist klar, dass Düsseldorf 424 000 Euro beisteuern wird. Das Vorhaben wird am Dienstag, 25. November, im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt, soll ab April 2009 umgesetzt werden. Laut Gödde voraussichtlich gestreckt über zwei Jahre. Das käme auf die Leistungsfähigkeit der Firma an, die den Zuschlag bekommt, sagte der ASG-Mann.

Teils ist Beton abgeplatzt. Freigelegte Metallbewehrung hat Rost angesetzt. Außerdem zeigen sich Risse, die auf weitere Korrosionsschäden am Betonstahl hinweisen. An Dehnfugen löst sich die Versiegelungsmasse ab. Raimund Gödde spricht von ganz normalen Folgen des Alterungsprozesses.

Die Risse sollen nun mit Harz ausgespritzt und der Beton nach klassischer Methode saniert werden: abklopfen, befallenes Metall freilegen, Rostschutz auftragen, Lücken wieder mit Spezialmassen schließen und das Ganze versiegeln. Das soll für dauerhafteren Schutz sorgen, wobei die Dehnfugen wohl in Zukunft ständig beobachtet und gewartet werden müssen. Ein Deich ist eben eine ewige Baustelle – wie der Dom auch.

Quelle: RP

 
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