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Kreis Wesel: „Spurrillen“ im Rhein werden geglättet

VON SEBASTIAN LATZEL - zuletzt aktualisiert: 14.11.2008

Kreis Wesel (RPO). Der Rhein ist eine Riesenbaustelle. Da der Strom mit großer Kraft Richtung Niederlande fließt, reißt er regelmäßig Kies, Sand und Geröll mit. Die Sohle des Flusses wird so im Laufe der Zeit ausgespült.

Klappschuten öffnen ihre Bodenklappen für die Rhein-Sanierung.  Foto: RPO
Klappschuten öffnen ihre Bodenklappen für die Rhein-Sanierung. Foto: RPO

Wie auf einer Autobahn Spurrillen entstehen, gibt es auf der „Schnellstraße“ Rhein Unebenheiten im Boden.

Und eben die werden seit März in einem aufwändigen Verfahren beseitigt. Federführend ist das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA). In die Baustelle Rhein wurden inzwischen knapp 140 000 Tonnen Kies und Natursteine geschüttet. Die WSA-Außenstelle Wesel hatte dafür im Januar nach einer europaweiten Ausschreibung dem Weseler Kies-Unternehmen Hülskens den Auftrag erteilt. Mit 840 000 Tonnen Material, meist Kies, wird der Boden unterm Rhein wieder aufgefüllt. „Geschiebezugabe“ heißt das Verfahren unter Fachleuten.

Das Material stammt aus Kieswerken vom Ober- bis zum Niederrhein. Der Job hat ein Volumen von 33 Millionen Euro. Das Aufschütten soll über einen Zeitraum von sechs Jahren zwischen Wesel und Emmerich stattfinden. Im ersten Jahr wurde in Wesel, Xanten, Rees und Dornick gearbeitet. „Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung muss für die Sicherheit und Leichtigkeit des Schiffsverkehrs sorgen“, sagt Tatjana Boos, für die Baumaßnahme zuständige Ingenieurin. „Wir investieren mit der Geschiebezu-gabe in die Wasserstraße Rhein. Im ersten Jahr haben rund 230 mal Klappschuten ihre Ladung gezielt auf die Rheinsohle fallen lassen“, erläutert die Expertin. Schuten sind Transportschiffe, die ihren Boden aufklappen und so die Ladung unter Wasser abkippen können.

Das Aufschütten ist wichtig für eine problemlose Schifffahrt. Der Fluss nimmt nämlich immer mehr Material des Bettes mit, was langfristig nachteilige Folgen auf den Wasserspiegel des Rheins, die Grundwasserstände und damit auf die Schifffahrt hat. Mit gezielter steiniger Zugabe wird die Erosion verringert.

Jetzt geht man in die Winterpause, bevor die Aktion im März fortgesetzt wird. Die Arbeiten sollen bis 2013 abgeschlossen sind.

Quelle: RP

 
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