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Hamminkeln: Stadt will auf ihren Dächern Strom erzeugen

zuletzt aktualisiert: 22.02.2010

Hamminkeln (RPO). Es gibt politische Vorstöße im Rathaus, auf den rasant rollenden Zug Fotovoltaik aufzuspringen und von der Kraft der Sonne zu profitieren, die in Deutschland so gewinnträchtig in der Erfolgsspur scheint. CDU und USD wollen städtische Dächer mit Solaranlagen bestücken. Jetzt befasst sich der Betriebsausschuss mit dem Thema, das in der Sitzung am Donnerstag, 25. Februar, beraten werden soll. Die Verwaltung legt ihre bisherige Zurückhaltung bei der Nutzung der Sonnenenergie auf kommunalen Dächern ab. Sie schlägt vor, geeignete Flächen auszuloten, die langfristig den höchsten wirtschaftlichen Ertrag versprechen.

Dabei möchte die Verwaltung die von der USD ins Spiel gebrachten, durchaus geeigneten Dächer auf den Gebäuden des Freibades in Dingden und der Hauptschule in Dingden nicht auf die so genannte "Positivliste" setzen.

Wolken über Freibad und Schule

Als Grund wird angeführt, dass es aufgrund der anstehenden Debatte über die Existenz der Hauptschulen in der Stadt nicht ausgeschlossen sei, dass ein Standort aufgegeben werden müsse. Auch den Freibad-Standort sieht man in der Verwaltung vor dem Hintergrund der Finanzkrise offenbar als zu labil an, um hier rund 90 000 Euro zu investieren. "Durch ein Haushaltssicherungskonzept könnte die Zwangslage entstehen, sich von einem Teil der Bäder trennen zu müssen", heißt es in der Vorlage.

Dennoch verspricht die Investition in Sonnenkraft lukrative Ernten. Um den Ertrag optimal abzuschöpfen, favorisiert die Verwaltung die Möglichkeit, Fotovoltaikanlagen auf eigenen Dächern in Eigenregie zu betreiben statt sie an Investoren zu vermieten oder sie investitionswilligen Bürgern als "Kraftwerksflächen" zur Verfügung zu stellen. Die Rendite, so die Rechner im Rathaus, betrage für den Stromerzeuger Stadt fünf bis neun Prozent des Investitionskapitals.

Als geeignet wird das Dach der Grundschule in Hamminkeln eingestuft. Der Investition von 195 000 Euro stünde in 20 Jahren ein Erlös von über einer halben Million Euro gegenüber, was nach Abzug der Kosten einen Gewinn von 287 000 Euro ausmache.

Finanzieren könnte die Stadt Investitionen in Sonnenpower über Kredite – maximal 96 Prozent des Investionsbedarfs. Hierfür stünden Mittel der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zur Verfügung. Der aktuelle Zinssatz bei 20-jähriger Laufzeit und zehnjähriger Zinsbindung liege bei 3,86 Prozent. Einen Zuschuss gibt es für die Anlagen nicht mehr.

Die Einspeisevergütung für Fotovoltaikanlagen der gedachten Größenordnung betrage momentan noch 0,389 Euro. Noch in der ersten Jahreshälfte gehe es wegen aktueller "Überförderung" zusätzlich zur im Energieeinspeisegesetz (EEG) vorgesehenen Degression von neun Prozent einmalig um 16 Prozent runter. Die Verwaltung vermag noch nicht einzuschätzen, ob eine mögliche Investition kurzfristig ratsam ist oder es besser sei, auf weiter stark sinkende Modulpreise zu setzen. Die zeichneten sich allerdings aufgrund der weiter starken Nachfrage momentan nicht ab.

Quelle: RP

 
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