Wesel: Start in ein schwieriges Jahr am Arbeitsmarkt
zuletzt aktualisiert: 29.01.2010Wesel (RPO). Die Wirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise schlagen sich offensichtlich verstärkt auf dem regionalen Arbeitsmarkt nieder. Die Agentur für Arbeit Wesel sprach gestern von einem "schwierigen Start ins neue Jahr". Im Agenturbezirk (Kreise Wesel und Kleve) erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen von Dezember 2009 auf Januar 2010 um 2224 auf 30 041. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich damit um 0,6 Prozentpunkte auf 7,8 Prozent. Auf den Kreis Wesel bezogen steige die Quote auf nun 8,0 Prozent. Im Bereich Wesel liegt die Quote nun bei 7,6 Prozent oder 0,4 Punkte mehr als im Dezember.
Arbeitslosenquote steigt stark
Die Entwicklung am unteren Niederrhein ist sehr unterschiedlich. In Emmerich schnellte die Quote auf 9,2 Prozent hoch, in Geldern liegt sie bei 5,2, in Dinslaken bei 7,7. Die Zunahme der Arbeitslosenzahl erreichte in Kleve mit fast 25 Prozent einen Negativrekord, in Wesel wurden 7,1 Prozent mehr Arbeitslose gezählt. Wie bewerten die Fachleute der Arbeitsagentur den Stand der Dinge? "Die Entwicklung ist saisontypisch mit einem erkennbaren Krisenzuschlag", sagt Agentur-Chef Dr. Peter Glück. Dabei würden Kurzarbeit, negative Arbeitszeitkonten und die Senkung der Produktivität schlimmere Folgen noch abmildern. Sein Fazit: "Der Arbeitsmarkt ist auch im Januar nicht eingebrochen, aber wir stellen erstmals eine deutliche Zunahme der Arbeitslosigkeit fest. Wir starten also in ein schwieriges Jahr."
Wintereinbruch mit Folgen
Mehr Arbeitslose gab es vor allem in witterungsabhängigen Außenberufen und durch den Quartalskündigungstermin Dezember. "Im verarbeitenden Gewerbe, dem Baugewerbe, dem Handel sowie der Instandhaltung und Reparatur von Autos wurden mehr Menschen ohne Jobs verzeichnet", fasst Agentur-Pressesprecher Michael Niel zusammen. Der Wintereinbruch hinterlasse kräftige Spuren im landwirtschaftlich geprägten Arbeitsmarkt.
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