Wesel: Steinbrings Schlachtfest
zuletzt aktualisiert: 08.10.2008Wesel (RPO). Der Weseler Fleischmarkt Steinbring mit Sitz im Gewerbegebiet Am Schornacker 46, lädt für Freitag, 10. Oktober, 12 bis 20 Uhr, zu seinem zweiten Panhas-Markt ein. Mit Gisela Steinbring (59), die die Idee für das ungewöhnliche Fest hatte, sprach RP-Redakteur Klaus Nikolei.
Vom Panhas hat wohl jeder schon mal gehört. Aber was ist das genau?
Steinbring: Das ist ein westfälisches und rheinisches Gericht, das traditionell zum Schlachtfest gehört.
Ein Wort von Ihnen zu den Zutaten.
Steinbring: Ich habe es selbst noch als Kind erlebt, dass im Herbst bei uns auf dem Hof ein Schwein geschlachtet wurde. Die Brühe, in der die Würste kochten, wurde mit Buchweizenmehl, Blut und Speck- und Fleischresten vermischt und aufgekocht. Panhas galt früher als „Arme-Leute-Essen“.
Wird Panhas bei Ihnen nach altem Rezept zubereitet?
Steinbring: Heute besteht Panhas aus Hackfleisch, frischer Leber- und Blutwurst. Das alles wird mit Zwiebeln gebraten, mit Brühe aufgegossen und mit Buchweizenmehl eingedickt.
Wie sind Sie darauf gekommen, einen Panhas-Markt ins Leben zu rufen?
Steinbring: Wir liegen hier Am Schornacker ein wenig abseits. Um noch mehr Leute auf uns aufmerksam zu machen, haben wir es schon mit Weihnachtsmärkten probiert. Aber das war wenig originell. So kam ich auf die Idee, einen Panhas-Markt zu organisieren. Und weil der im vergangenen Jahr so gut angenommen wurde, gibt’s am Freitag eine Neuauflage.
Wie sieht das Programm aus?
Steinbring: Neben dem Panhas-Essen gibt es zahlreiche Attraktionen. Obrighovener Landfrauen bieten selbstgebackenes Brot, Landwirt Heinen Äpfel und Kartoffeln, Bauer Dickmann aus Hünxe frisches Gemüse. Ein Imker zeigt, was Bienen können, ein Korbmacher präsentiert sein Handwerk und ein Clown unterhält die kleinen Besucher am Lagerfeuer.
Nochmals zurück zum Thema Fleisch. In Zeiten von BSE bekamen die Menschen plötzlich Appetit auf Strauß und Co. Fragt heute noch jemand nach Fleisch exotischer Tiere?
Steinbring: Das war eine verrückte Zeit. Wir hatten damals neben Strauß auch Schlange und Känguru. Doch danach fragt kein Mensch mehr.
Lange Zeit ging der Trend zu immer weniger Fett im Fleisch. Dabei ist Fett Geschmacksträger.
Steinbring: Es ist tatsächlich so, dass auch durch die vielen Kochsendungen ein Umdenken eingesetzt hat. Immer öfter werden Steaks mit Fettrand genommen, den man ja hinterher abschneiden kann. Das Fleisch schmeckt einfach besser.
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