Wesel: Sturm hält Feuerwehr in Atem
zuletzt aktualisiert: 01.03.2010Wesel (RPO). Umgestürzte Bäume, beschädigte Autos, gesperrte Straßen, zerrissene Strom- und Telefonleitungen, gestoppte Nahverkehrs- und Fernzüge, aber keine Verletzten: Sturmtief "Xynthia" sorgt für insgesamt 110 Einsätze im Kreis.
Kreis Wesel (kau/ hk/ jn/usch ) Insgesamt 110 Einsätze konnte die Polizei gestern bis zum späten Abend im gesamten Kreisgebiet Wesel verbuchen. Zunächst sorgte Sturmtief "Xynthia" auf der linken Rheinseite für Böen mit Spitzengeschwindigkeiten von teilweise über 100 Stundenkilometern. Um 15.08 Uhr wurde die Feuerwehr Rheinberg zum ersten Unwettereinsatz des Tages gerufen – ein Ast war auf eine Stromleitung gefallen.
In Alpen mussten die Einsatzkräfte mit einer Kettensäge einen auf die Straße gestürzten Baum Stück für Stück zerlegen. Ein ähnliches Bild bot sich kurze Zeit später den Weseler Wehrleuten: Ein Baum war auf ein Hausdach gefallen, ein zweiter drohte umzustürzen. "Beim Weg über den Rhein hat sich das Sturmtief etwas abgeschwächt", erklärte ein Polizeisprecher. "99 Prozent der Schäden entstanden durch umgeknickte Bäume." Diese zerrissen unter anderem in Schermbeck und Hamminkeln Strom- und Telefonleitungen.
Geringe Sachschäden
Die Polizei im Kreisgebiet Wesel konnte gestern Abend noch nicht einschätzen, wie hoch der Sachschaden ausfallen wird, der gestern durch "Xynthia" entstanden ist. Nach Angaben eines Sprecher wird die Summe allerdings nicht sehr hoch sein.
Schwächer als "Kyrill"
Zudem wurden Ziegel von Dächern geweht und mehrere Autos beschädigt. Drei Mal krachten entwurzelte Bäume auf am Straßenrand geparkte Autos. In der Weseler Innenstadt fiel ein Werbeplakat am Kaufhof dem Sturm zum Opfer. Baugerüste sowie Zeltplanen mussten nachträglich angebunden werden. Am Weseler Bahnhof stürzte ein großer Anhänger um. "Verletzt wurde niemand", berichtete der Polizeisprecher. Sein Fazit: ",Xyntia' war eindeutig schwächer als das Orkantief ,Kyrill'."
Dennoch waren die Feuerwehren im Kreisgebiet zum Teil im Dauereinsatz. Zahlreiche Polizisten unterstützten die Kollegen bei Aufräumarbeiten, sperrten Straßen ab. Außerdem kam der Bahnverkehr zum Stillstand. Die Folgen fürs Kreisgebiet: Auf der Strecke zwischen Emmerich und Oberhausen rollte kein Zug mehr. Bis zum Bahnhof Wesel schafften es nur noch ein paar Güterzüge und ein ICE. Dann war vorerst Schluss. Über 50 Bahnreisende tummelten sich an den Gleisen oder in der Bahnhofshalle. Dort mussten sie ausharren oder in Busse umsteigen.
Im Dinslakener Bahnhof warteten dagegen nur eine Hand voll Fahrgäste auf Nachricht, wie sie an ihr Ziel kommen sollten. Der Voerder Bahnhof war am Abend völlig verwaist. Alle Signale an den leeren Gleisen waren auf Rot gestellt.
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