Wesel: Suche nach der Brandursache
VON KLAUS NIKOLEI - zuletzt aktualisiert: 08.02.2012Wesel (RP). Trotz des Feuers am Montagabend im Bürotrakt von Citroën Maibom ging gestern das Geschäft weiter. Reparaturen werden bei Peugeot und Renault durchgeführt. Doch was passiert mit den 20 verrußten Neuwagen?
Natürlich hat Wolfgang Maibom in der Nacht zu gestern nicht gut geschlafen. Schließlich hat der Brand im Bürotrakt seines Citroën-Autohauses an der Schermbecker Landstraße Montagabend einen Schaden von rund 400 000 Euro angerichtet. Ein normales Arbeiten war gestern nicht möglich.
Einige Werkstatt-Mitarbeiter musste er in Zwangsurlaub schicken. Die anderen haben ihren Arbeitsplatz zu Renault, Peugeot und in die gemeinsame Lackiererei der Maibom-Gruppe verlegt. Wie es zu dem Brand gekommen ist, dazu konnte die Polizei auch gestern nichts sagen. Die Ursache ist noch unklar.
Freunde spenden Trost
30 000 Euro investiert
Für Citroën Maibom besonders tragisch ist die Tatsache, dass das Unternehmen erst im Dezember 2011 gut 30 000 Euro in die Modernisierung der Verkaufshallen-Fassade investiert hatte.
Ebenfalls im Dezember brannte die Maibom-Filiale in Geldern.
Ursache war, wie berichtet, ein technischer Defekt.
"Donnerstag kommen die Sachverständigen der Polizei und ein Gutachter", sagt Wolfgang Maibom. Dann soll auch geklärt werden, was mit den gut 20 Neuwagen in der Ausstellungshalle passiert, die mit einer klebrigen Rußschicht bedeckt sind. "Die Fahrzeuge, deren Fenster auf waren, könnten durch die Hitze im Inneren wirtschaftlichen Totalschaden erlitten haben", befürchtet er.
Alle anderen könnten von einem Spezialunternehmer einer Ozonbehandlung unterzogen und dann kostengünstig verkauft werden. "Wir werden dann brandaktuell reduzieren." Wolfgang Maibom hat für einen Augenblick seinen Humor wiedererlangt. Seine Miene verfinstert sich allerdings schnell wieder beim Blick in den durch Flatterband abgesperrten Bürobereich. Dort ist das Feuer ausgebrochen, dort ist alles komplett zerstört. Verträge, allerlei wichtige Unterlagen – alles ist ein Raub der Flammen geworden.
Trotz des Verlustes haben Wolfgang Maibom und dessen Bruder Hans-Jürgen gestern auch einige frohe Augenblicke gehabt. Zahlreiche Freunde und Bekannte haben angerufen, gemailt, Trost gespendet. "Das hat uns wirklich gut getan."
Auch dass fast alle Mitarbeiter, die in Wesel wohnen und von dem Brand unterrichtet wurden, Montagabend angerückt sind, um ihre Hilfe anzubieten, hat die Maibom-Brüder tief beeindruckt. "Die Lehrlinge haben Salz angeschleppt und gestreut, weil das Löschwasser das Pflaster in eine spiegelglatte Fläche verwandelt hat", sagt Hans-Jürgen Maibom.
Dickes Lob an die vielen Helfer
Ein dickes Lob zollen die Maibom-Brüder auch den 53 engagierten Weseler Feuerwehrleuten, die ein Übergreifen der Flammen auf Werkstatt und Verkaufshalle verhindert haben: "Die waren sehr schnell da und haben ganze Arbeit geleistet." Zur Gruppe der Helfer gehörten auch Ehrenamtler der Maltester, die die Feuerwehrleute nach ihrer Arbeit in den Räumen von Renault Maibom mit heißen Getränken und kleinen Speisen versorgt haben.
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