Wesel: Tafeln wie vor 600 Jahren
VON FRITZ SCHUBERT - zuletzt aktualisiert: 06.10.2007Wesel (RPO). Die Vorbereitungen für das historische Hansemahl im Lutherhaus am Freitag, 19. Oktober, laufen auf vollen Touren. Wer noch einen Platz am Tisch ergattern will, muss sich sputen. Die Hälfte der Stühle ist bereits besetzt.
Zu einem runden Geburtstag gehört ein ordentliches Essen. Und je betagter der Jubilar, desto lieber wird an gedeckter Tafel mit Bedienung Platz genommen. Wesel darf zweifellos zu den älteren Herrschaften gerechnet werden. Die 600. Wiederkehr des Eintritts in die Hanse ist wie gemacht für ein Festmahl nach spätmittelalterlichem Vorbild. Die Vorbereitungen für das lukullische Ereignis am Freitag, 19. Oktober, ab 19 Uhr im Lutherhaus laufen auf Hochtouren. Einen Vorgeschmack auf die Dekoration präsentierten gestern Sandra Böhme und Anne Rosebrock vom Team Stadtwerbung.
So authentisch wie möglich und vor allen Dingen stilvoll wird es zugehen – mit Messer und Gabel. Deshalb sind Gäste, die ein derbes Ritteressen erwarten, fehl am Platze. Für das Fünf-Gang-Menü (siehe Info) wurde umfangreich recherchiert und mit verschiedenen Restaurants Kontakt aufgenommen. Die Wahl fürs Mahl fiel auf das Obrighovener Unternehmen Bongers, das von den Schwestern Annette von der Mark und Brigitte Verstege geleitet wird. Sie werden dabei auf die Küchentechnik im Lutherhaus zurückgreifen können.
Das Menü
Fünf Gänge werden serviert: – Pastete vom Wild mit Preiselbeeren und Pfifferlingen; Sülzeckchen mit Meerrettichrahm zu Dinkelbrot
– Fischsüppchen – Gebratenes vom Hirsch mit Steinpilzen und Pfifferlingen; milchgebeizter Kalbsbraten; Filet vom Hähnchen im Schinkenmantel; Linsenrisotto mit Gartengemüse und Wirsing – Rotweinbeeren mit Rahm und Gebäck – Käsevariationen zu Brot aus der Kriemhildmühle
Musik, Spiel und Gaukelei
Für die Bedienung sorgen rund 15 historisch gewandete Mitarbeiter der Stadt sowie Vertreter der Hansegilde und der Werbegemeinschaft. Ein zeitgemäßes Kleid bekommt auch das Lutherhaus. Wie Böhme und Rosebrock gestern erläuterten, wird bei der Dekoration des Raums mit viel Stoff gearbeitet. Auf den Tischen wird es irdenes Geschirr ebenso geben wie Porzellan und Glas, außerdem setzen erntefrische Früchte Akzente. Untermalt werden die Tafelfreuden von einem Programm der Gruppe „NotaBene“ aus Hatzfeld an der Eder. Musik, Schauspiel und Gaukelei soll die Gäste unterhalten, die außerdem über die historischen Instrumente und die Tischsitten aufgeklärt werden.
Dabei wird es um Ehrfurcht vor Gott ebenso gehen wie um die Sauberkeit der Hände und die Kürze der Fingernägel. Nicht gern gesehen wird es übrigens, wenn die Speisenden Geschirr umstoßen oder das Brot an ihrer Brust schneiden sollten.
Karten kosten 68 Euro
Mit 100 Gästen wird gerechnet, und laut Sandra Böhme ist die Anmeldung schon sehr gut angelaufen. Mehr als die Hälfte der Plätze sei schon belegt. Im Eintrittspreis von 68 Euro pro Person sind zwei Getränke enthalten. Karten gibt es ausschließlich an der Information im Weseler Rathaus.
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