Wesel: Tecklenburgs neue Pläne
VON KLAUS NIKOLEI - zuletzt aktualisiert: 04.04.2009Wesel (RPO). Der Gestaltungsbeirat hat gestern die überarbeiteten Reihenhauspläne für das Reitzensteinareal begutachtet. An Eckhäusern wird mehr Individualität gewünscht. Investor Tecklenburg präsentiert das Projekt auf der Immobilia.
Auf der Immobilia, der großen Immobilienmesse der Verbands-Sparkasse Wesel, wird heute und morgen, jeweils 11 bis 17 Uhr, im Sparkassen-City-Center am Berliner Tor auch die Straelener Baufirma Tecklenburg mit einem Stand vertreten sein. Erstmals werden dort die von Investor Hermann Tecklenburg überarbeiteten Pläne für die kontrovers diskutierte Reihenhaussiedlung auf dem Reitzensteingelände präsentiert.
Statt ursprünglich 32 sollen auf der Brachfläche nur noch 25 bis 29 Reihenhäuser entstehen. Auch dem Wunsch von Bürgern und Parteien nach einem Spielplatz und größeren Wohnflächen ist Hermann Tecklenburg nachgekommen. Kein Thema mehr ist der Abriss eines Stücks der denkmalgeschützen Mauer an der Friedenstraße. Das neue Baugebiet soll jetzt über die Privatstraße zu den Kasernenbauten erschlossen werden.
Drei Projekte geplant
Folgende Projekte hatte Tecklenburg seit 2005 auf der Brachfläche an der Friedenstraße geplant: Fachmarktzentrum (kein Interessent), 12 bis 15 Einfamilienhäuser (Stadt lehnte ab), Sozialwohnungsbau (Stadt sah keinen Bedarf).
Für Vorschläge offen
Gestern präsentierte der Bauunternehmer seine modifizierten Pläne dem mit hochrangigen Experten besetzen Weseler Gestaltungsbeirat in nichtöffentlicher Sitzung. Unter anderem forderte das Gremium unter Vorsitz des Aachener Architekturprofessors Dietmar Castro im Bereich der Eckhäuser etwas mehr Individualität. Für Tecklenburg kein Problem: "Wenn ich von Professoren, die ein größeres Wissen haben als ich, Vorschläge bekomme, die das Objekt verbessern und trotzdem noch bezahlbar machen, nehme ich die Ratschläge natürlich an und setze sie in die Tat um." Am 29. April wird der Stadtentwicklungsausschuss über die Pläne abstimmen. Tecklenburg hofft, dann grünes Licht zu bekommen und im Mai, spätestens im Juni mit den gut zehn Monate dauernden Bauarbeiten beginnen zu können. "Es wäre schade, wenn das Projekt nicht realisiert würde, nur weil der Wahlkampf im Vordergrund steht", sagte Tecklenburg gestern im RP-Gespräch. Hier die wichtigsten Veränderungen:
Wohnfläche Der Haustyp mit 90 Quadratmeter wurde gestrichen. Interessenten können nun zwischen 110 und 130 Quadratmeter großen Häusern wählen. Unterkellert sind sie nach wie vor nicht.
Kosten Mittelhäuser kosten 140 000, Eckhäuser 150 000 Euro. Tecklenburg geht davon aus, dass Familien, abhängig vom Einkommen, bis zu 80 000 Euro Fördermittel erhalten. "Die Käufer zahlt dann genauso viel Zins und Tilgung wie heute Miete. Und nach 25 Jahren gehört ihm das Haus."
LagePlan Der Gestaltungsbeirat hat sich für eine vom Planungsamt favorisierte Anordnung der Wohneinheiten (sieben statt bisher vier) ausgesprochen. Den endgültigen Lageplan wird die Firma Tecklenburg der Öffentlichkeit allerdings erst dann präsentieren, wenn die Politik das Projekt abgesegnet hat.
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