Wesel: Tierische Konkurrenz für Wesels Esel
zuletzt aktualisiert: 06.02.2010Wesel (RPO). Im Eselstall von Wesel herrscht Aufregung: das Grautier sieht gespitzten Ohres dem Valentinstag und der Eselordenverleihung entgegen. Das Gerücht vom Beisein Alfred Jodocus Kwaks, der für diesmal aus seiner Entenwohnung, dem umgebauten Holzschuh, auszieht, um leibhaftig auf der Niederrheinhallen-Bühne zu schnattern, lässt Wesels grau-blaues Wappentier nervös mit den Hufen scharren. Mit Eule Theofilius kommt weitere tierische Konkurrenz daher; geistiger Vater der beiden ist Herman van Veen, niederländischer Liedermacher, Maler, Geiger und Vertreter von Kinderrechten, der als 34. Ordensträger auserkoren wurde, um den Namen der Stadt in die Welt hinaus zu tragen.
Narrenzunft mit Highlights
Der Zoo ist komplett, wenn auch noch die KVC-Wiesel(chen) das Podium bevölkern. Die Präsidentin des närrischen Parlaments (NP) Ulla Hornemann spioniert seit Wochen in der Narrenzunft Highlights der örtlichen Vereine aus, um damit am 14. Februar den offiziellen Karneval trefflich in Szene zu setzen. Die Wiesel gefielen ihr großartig. "Allein 25 Blagen so zu schminken und ihnen diese tollen Kostüme zu nähen ist schon eine Leistung", wirbt sie für die jungen Akrobaten und ihr Team. Der KVC schickt auch Nadine und Jan, das außergewöhnliche Akrobaten-Tanz-Paar, ins Rennen.
Selbstverständlich sollen die anderen Vereine nicht zu kurz kommen. Den FKK vertreten neben dem Prinzenpaar das Fanfarenkorps CCL und die "Mamas und Papas". Bei der Kolping-Sitzung am 6. Januar will Ulla mit scharfem Auge weitere, närrische Stars ausspähen. Eingeladen wurden schon mal "Franz und Klaus" und die Band "Disharmoniker". "Thekentratsch" aus Dinslaken – zwei Frauen, zwei Bier, eine Gitarre – widmen sich dem Thema "Mann", was NP-Herold Frank Schulten lakonisch kommentiert: "Männer sind ja auch belastbarer!"
Offizieller Einmarsch ist um elf vor elf, doch wird um rechtzeitiges Erscheinen ab 9.30 Uhr gebeten. Sonst kann keine Garantie für Reservierungen gegeben werden. Wie stets ist der Ein-"Tritt" fürs eselige Vergnügen frei. Etliche Gruppen haben schon Tische reserviert, allein drei "Throne" der Bürgerschützen haben sich angesagt. Wie stets ist die Abteilung Stadtmarketing unter Wilhelm Hermsen involviert.
Die Ordensverleihung ist ein Aushängeschild der Stadt. Ehrgeizig pflegt Hornemann heimliche, närrische Visionen zur Einweihung der historischen Rathausfassade: eine Einladung von Bussen voller fernöstlicher Globetrotter zum Fotoshooting mit den Weseler Stadtmusikanten Esel, Ente und Eule könnte sich als Kassenschlager entpuppen. Dann könnte Kwak sein Inkognito lüften und sein wahres Ich ("Ich bin ein Japaner") zeigen. . .
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