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Wesel: Todesnachricht schockt Mitschüler

VON FRITZ SCHUBERT - zuletzt aktualisiert: 19.03.2009 - 17:00

Wesel (RPO). Judith Spiller ist tot. Diese Nachricht traf das Andreas-Vesalius-Gymnasium wie ein Keulenschlag. Schon in der Nacht hatte es offenbar einen regen Austausch gegeben. Denn einige Kinder aus Judiths Klasse waren schon informiert in die Schule gekommen.

"Die Schüler sind wie vor den Kopf gestoßen. An Unterricht ist nicht zu denken", berichtete Oberstudiendirektor Jürgen Berner bei einem kurzen Gespräch mit der Rheinischen Post in der ersten großen Pause. Auch ihm stand die Betroffenheit ins Gesicht geschrieben. Schulleitung und Elternpflegschaft setzten alle Hebel in Bewegung, um die geschockten Jugendlichen psychologisch aufzufangen.

Mutter dankt allen Helfern

Pfarrerin Eva Holthuis war schon früh am Morgen ins AVG gekommen, wenig später trafen auch Dom-Pfarrer Michael Lucka-von Eerde und der katholische Pastoralreferent Raphael Günther sowie ein Team des Schulpsychologischen Dienstes um Frank Kröner vom Kreis Wesel ein.

Die vermisste Judith ist tot. Foto: Polizei

Notfallseelsorger und Opferschutzbetreuer der Polizei hatten sich schon in der Nacht um die Familie Spiller gekümmert. Die Eltern von Judith erklärten, dass sie in Ruhe gelassen werden möchten. "Wir bedanken uns bei allen, die uns in den letzten Wochen bei der Suche nach unserer Tochter unterstützt und uns geholfen haben", sagte Mutter Ute Spiller.

Der Wunsch nach Ruhe, um die Nachricht erstmal verdauen zu können, war auch im AVG allgegenwärtig. "Natürlich wird es einen Gottesdienst geben. Aber im Augenblick richtet sich alles nach den Bedürfnissen der Schüler", sagte Jürgen Berner.

"Es wird sortiert, wie die Betroffenen reagieren und wer welche Hilfe braucht", erklärte Schulpsychologe Günter Waberg (Mülheim) die Arbeit seiner Weseler Kollegen. Das könne bis zur Weiterleitung an intensivere Hilfe durch Erziehungsberatung oder Praxen gehen.

Zu den Erstinformationen gehöre auch zu vermitteln, dass andere Wahrnehmungen, Konzentrations- oder Schlafproblem in Trauerphasen zur Normalität gehören. Und, dass man Hilfe aufsuchen müsse, wenn es nicht aufhöre.

Pfarrer Lucka-von Eerde sagte, man werde noch länger in der Schule sein. Es sei nicht der Tag der Reflexion gewesen, sondern der, an dem nicht viel gesprochen werde. Viele Kinder seien am AVG geblieben, wollten im Klassenverband ihre Trauer verarbeiten.

Quelle: RP

 
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