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Wesel: Überall ist ein Tropfen Byk drin

VON KLAUS NIKOLEI - zuletzt aktualisiert: 19.03.2010

Wesel (RPO). Gestern hat die Altana AG ihre Bilanz 2009 vorgestellt. Größte Konzern-Tochter ist die Weseler Byk-Chemie, Weltmarktführer im Bereich Lackadditive. Wie bei Byk an der Abelstraße geforscht wird, hat sich die RP angesehen.

Dr. Gerhald Kirchner: "In Autolacken werden unsere Produkte verarbeitet." Foto: RPO

Auf keiner Farbdose, auf keiner Zahnpastaverpackung und auch auf keinem Flachbildschirm ist der kobaltblaue Byk-Schriftzug zu finden. Dabei steckt in diesen und in zahllosen anderen Produkten des täglichen Gebrauchs ein Tröpfchen Additiv aus der Hause des größten Altana-Tochter. "Unter einem Additiv versteht man einen Zusatz, der die Eigenschaften eines chemischen Stoffes verbessert", erklärt Dr. Gerald Kirchner. Der Leiter der Abteilung Innovationsmanagement führt die RP Wesel durch die Laborgebäude der Byk-Chemie an der Abelstraße.

Hand in Hand mit Auftraggebern

Additive sorgen dafür, dass Drucklacke auf Zahnpastapackungen glänzen. Foto: RPO

Mehr als 200 hochqualifizierte Ingenieure und Chemielaboranten arbeiten hier beim Weltmarktführer an der Entwicklung von neuen Additiven, die dafür sorgen, dass sich beispielsweise Auto-, Druck- und Folienlacke sowie Fassadenfarben besser verarbeiten lassen, nicht schäumen und bei Bedarf blitzschnell trocknen. Dabei arbeitet Byk Hand in Hand mit ihren Auftraggebern, den Lack- und Farbherstellern, zusammen. "Unsere Aufgabe ist es, heute die Themen von übermorgen zu erkennen, um schon morgen dem Kunden das richtige Produkt liefern zu können", sagt Dr. Kirchner.

Tausende Proben, 15 Produkte

Qualitätskontrolle: Die Chemielaboranten Sandra Overkamp und Björn Hansen nehmen eine blaue Folie unter die Lupe. Byk-Kunststoffadditive sind verantwortlich für die kräftige Farbe. Foto: RPO

Die Basis für neue Additive werden in den 24 Synthese-Laboratorien gelegt. Hier wird nach neuen Produkten geforscht. "Wir arbeiten hier mit Molekülen, die jeweils eine andere Wirkung haben", erklärt Dr. Kirchner. Diese Arbeit sei vergleichbar mit dem Zusammenbauen von Legosteinen. "So wie die bunten Kunststoffklötzchen kann man auch die Moleküle ganz unterschiedlich zusammensetzen. Die Kunst ist es, eine Zusammensetzung zu finden, die die beste Wirkung erzielt." Mehrere tausend solcher Molekülverbindungen werden anschließend in den Anwendungstechnischen Prüflaboren auf Herz und Nieren getestet, so dass am Ende zwischen zehn und 15 marktreife Additive pro Jahr entstehen.

Eine weitere wichtige Abteilung befindet sich im Souterrain der Byk-Zentrale: das Lackier-Technikum. Hier testen Vertreter von Farbherstellern zusammen mit den Byk-Lackiermeistern die neu entwickelten Additive unter Praxisbedingungen. Dr. Kirchner: "Unsere Anlage unterscheidet sich eigentlich nur in der Größe von Lackierkabinen wie zum Beispiel in der Automobilindustrie."

Glänzende Kunststoffgehäuse

Gut 70 Prozent ihres Umsatzes macht die Byk-Chemie mit Lackadditiven, verstärkt auch für umweltfreundliche Farben auf Wasserbasis. Daneben werden bei Byk auch Additive in Pulverform entwickelt, die dafür sorgen, dass auch Kunststoffgehäuse von Haushaltsgeräten oder Folien in leuchtenden Farben glänzen.

Quelle: RP

 
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