Schermbeck: Umzug nach Great Britain
VON JULIA NAKÖTTER - zuletzt aktualisiert: 10.08.2010Schermbeck (RPO). Erik Holloh (20) tauscht für ein Jahr seinen Weselerwalder Bauernhof gegen einen Montessori-Kindergarten im Südosten Englands. Dort absolviert der Abiturient ein Freiwilliges Soziales Jahr. Kontakt hält er per Internet.
Fish & Chips, Plum Pudding, Tee und gebratene Würstchen zum Frühstück erwarten Erik Holloh ab September. Dann reist der 20-jährige, frisch gebackene Abiturient aus Weselerwald freiwillig für ein Jahr nach England. In der Grafschaft und gleichnamigen Stadt Horsham in West Sussex – im Südosten des britischen Königreiches – wird Holloh in einem Montessori-Kindergarten arbeiten.
"Die meisten, die solch ein soziales Jahr absolvieren, reisen in sonnigere Regionen wie Afrika, Australien oder Südamerika", erzählt Erik Holloh und schmunzelt. "Doch dort würde mir etwas fehlen." Nämlich die weite, grüne Landschaft: Schließlich lebt Erik Holloh noch auf einem großen Bauernhof in der Nähe des Lühlerheims – Niederrhein-Idylle pur.
Berichte in der RP
Finanziell unterstützt wird Erik Holloh von seiner Familie, vom Lohnbetrieb Walter Thiemann und dem Landhotel Voshövel, von Maike Thiemann, Dietmar Beckmann, Familie Winterberg, Holger Schoel, Walburga Petry und Mechthild Werner-Weinekötter.
Ab September kann im Internet nachgelesen werden, wie der 20-Jährige in England lebt. Unter www.erik-holloh.de.tl will der Abiturient regelmäßig Bilder veröffentlichen. Auch für die RP wird Erik Holloh in unregelmäßigen Abständen über seine Arbeit im Montessori-Kindergarten in Horsham berichten.
Ziel: selbstständiger werden
Im Süden Englands wird der 20-Jährige, organisiert vom Internationalen Bund, einen sogenannten Internationalen Jugendfreiwilligendienst absolvieren. Dabei handelt es sich um ein Freiwilliges Soziales Jahr, das als Ersatz für den Zivildienst gilt. "Ich wollte nach dem Abitur etwas Sinnvolles tun", erklärt Erik Holloh. Seine Ziele sind: "Eine neue Kultur kennenlernen, meine Englischkenntnisse verbessern und selbstständiger werden." Montessori-Pädagogik in England, gerade diese Kombination hat den Abiturienten des Andreas-Vesalius-Gymnasiums gereizt. "Die Erziehung, die sich unmittelbar am Kind orientiert und Freiheiten lässt, ist an sich schon interessant", sagt Holloh, der in der evangelischen Kindertagesstätte in Brünen bereits ein Praktikum absolviert hat.
Per E-Mail steht Holloh derzeit in Kontakt mit der Leiterin des Montessori-Kindergartens in Horsham. "Bei ihr werde ich auch zunächst wohnen", sagt der Weselerwalder. "Sobald ich mich ein wenig orientiert und die Engländer mich kennengelernt haben, ist ein Wechsel in eine Gastfamilie geplant."
Das englische, deftige Essen werde ihm keine Probleme bereiten, ist sich Erik Holloh sicher. "Mal sehen, wie ich mit dem Humor der Briten klarkomme." Vor allem die Menschen, die in der 50 000-Einwohner-Stadt rund 40 Kilometer von London entfernt leben, interessieren ihn. "Nach dem Jahr in England werde ich in den Niederlanden ein Psychologiestudium beginnen", erzählt der Abiturient. Den Kontakt zu Schermbeck, zur Familie und Freunden will der 20-Jährige übers Internet halten. "Ich habe eigens eine Webseite eingerichtet, auf der ich regelmäßig berichten werde, wie es mir geht."
Auf Unterstützung aus seinem Umfeld, Holloh ist Mitglied bei den Schermbecker Grünen, kann der 20-Jährige während seiner Zeit in England zählen. "Ich habe mehrere Förderer, die mich finanziell unterstützen. Sie alle konnte ich von meiner sozialen Idee überzeugen."
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