Kreis Wesel: Vielfalt für den Gabentisch
VON FRITZ SCHUBERT - zuletzt aktualisiert: 03.11.2007Kreis Wesel (RPO). Das neue Jahrbuch des Kreises Wesel bietet wieder eine bunte Palette Lesestoff aus den Sparten Geschichte, Kunst und Denkmalpflege, Natur und Umwelt, Volkskunde und Mundart. Auch Erzählung und Dichtung kommt drin vor.
Pohls letzte Vorstellung
Die 29. Ausgabe des Kreis-Jahrbuchs (zugleich die zehnte in Zusamenarbeit mit dem Mercator-Verlag Duisburg) war gestern die letzte, die Kreisarchivar Dr. Meinhard Pohl vorstellte.
In zehn Monaten geht er in den Ruhestand.
Der 248 Seiten starke, durchgehend farbig gestaltete Band, ist für 8,80 Euro im Buchhandel erhältlich.
ISBN: 978-3-87463-418-2
Weihnachtsgeschenk gesucht ? Kein Problem: Pünktlich wie immer liegt das Jahrbuch des Kreises Wesel 2008 vor. Landrat Dr. Ansgar Müller und Kreisarchivar Dr. Meinhard Pohl (siehe Info) stellten mit Lothar Koopmann vom Mercator-Verlag gestern den Band vor, an dem 40 Autoren mitgewirkt haben. Eindeutig mehrdeutig ziert die werdende Niederrheinbrücke den Umschlag. Nicht nur wegen des gestrigen „Brückentags“, sondern auch wegen der geschichtlichen Brückenschläge von den Römern bis heute und wegen der inhaltlichen von der linken auf die rechte Rheinseite. Die Bandbreite der Themen ist so weit, dass erneut für jedermanns Geschmack Lesestoff dabei ist.
Die Brücke und Klein-Frankreich
Den technischen Erläuterungen zur Jahrhundert-Baustelle Rheinbrücke, verfasst von Projektleiter Hans Löckmann selbst, folgt gleich ein Beitrag über einen ganz anderen Schatz: Jens Lieven befasst sich mit der goldenen Altartafel von Xanten. Die wäre heute eins der größten Kunstwerke Europas. Aber es gibt sie nicht mehr. Sie wurden eingeschmolzen, weil Xanten die Forderungen Napoleons nicht anders begleichen konnte. Wiederum Franzosen, aber diesmal in deutschen Händen, beschäftigen Werner Köhler. Er war auf Postkarten gestoßen, die Kriegsgefangene in Wesel zeigen. Allerdings hatte Wesel im Ersten Weltkrieg kein solches Lager. Köhler forschte nach und erklärt nebenbei, wie ein Teil der Feldmark zu der Bezeichnung „Klein-Frankreich“ kam. Nämlich durch besagte Gefangene.
Eine zu Ende gehende Geschichte beschreibt Gerhard Ingendahl mit „150 Jahre Steinkohlenbergbau am linken Niederrhein“, eine noch gar nicht so lange zurückliegende Helmut Schmitz mit „Moby Dick und die Strandräuber“. Das erinnerte Landrat Müller gleich an seine Kindertage. „Wir hatten gerade den ersten Fernseher bekommen“, sagte er zu der spannenden „Jagd“ auf den weißen Wal im Rhein.
In der Reihe der Baudenkmäler beschäftigt sich Karl-Heinz Hohmann diesmal mit denen in in Neukirchen-Vluyn. Kreisarchivar Pohl hofft, dass in drei bis vier Jahren ein Extraband mit allen Baudenkmälern im Kreis Wesel herausgegeben werden kann. Zu Ehren kommen im aktuellen Jahrbuch auch wieder etliche kleine Kommunen und Ortschaften wie Sonsbeck, Menzelen oder Brünen. Kurz: Aus jeder Ecke des Kreises gibt es was. Mit dem Kreis selbst und seiner vermeintlichen Auflösung beschäftigt sich überdies Lars Rentmeister. Neben diesem süffisanten Blick auf jüngste Politik gibt’s mehr Humoriges. Erich Rehne geht vom Wesel-Esel aus und beschreibt die „schwierige Beziehungskiste“ Mensch und Tier.
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