Kreis Wesel: Vorsorge kann Leben retten
VON JULIA NAKÖTTER - zuletzt aktualisiert: 21.03.2009Kreis Wesel (RPO). Darmkrebs ist eine heimtückische Krankheit, gilt aber als heilbar, wenn sie rechtzeitig erkannt wird. Was die Prävention bedeutet, wie die Symptome aussehen und welche Therapien es gibt, erklären Experten am RP-Telefon.
"Alarm im Darm"
Am Mittwoch, 25. März, präsentiert die Stiftung "Lebensblicke" ab 17 Uhr im Ev. Krankenhaus (Vortragsraum im Erdgeschoss) die Komödie "Alarm im Darm".
Das ernste Thema Darmkrebs wird dabei heiter beleuchtet.
Senta Berger, Johannes B. Kerner, Maria Furtwängler und Harald Schmidt tun es: Die Promis werben auf Plakaten für die Darmkrebsvorsorge und sprechen damit ein Thema an, über das keiner gerne redet – den Stuhlgang. "Wenn bereits Beschwerden auftreten, ist es für eine Heilung meist zu spät", sagt Chefarzt Dr. Alfred Kehl, Gastroenterologe am Evangelischen Krankenhaus in Wesel.
Krampfartige Schmerzen im Unterbauch, kein regelmäßiger Stuhlgang und Blutbeimengungen können auf Darmkrebs im fortgeschrittenen Stadium hinweisen. "Doch die Tumorart wächst nicht von heute auf morgen", sagt Kehl. "Und das ist die einzige Chance, die Betroffene und Mediziner haben." Vorsorge und Früherkennung sind die Themen des Gastroenterologen. Kehl unterstützt die Aktion "Deutschland gegen Darmkrebs", die jährlich im Monat März in Kooperation mit der Felix Burda Stiftung stattfindet. Gemeinsam mit Chefarzt Dr. Olaf Hansen leitet er das Darmzentrum Wesel am Ev. Krankenhaus. Beide Experten stehen am Montag, 23. März, von 16.30 bis 18 Uhr am RP-Telefon den Lesern Rede und Antwort.
Zweithäufigste Tumorart
Mit 70 000 neuen Erkrankungen pro Jahr ist Darmkrebs immer noch die zweithäufigste Tumorart in Deutschland. Über 20 000 Menschen sterben daran. Im Kreis Wesel waren es im vergangenen Jahr 235 Frauen und Männer. Die einzige wirksame Möglichkeit die Vorstufen von Darmkrebs – so genannte Polypen – zu erkennen und zu entfernen ist laut Kehl die Darmspiegelung (Koloskopie). "Es besteht zudem die Chance dabei Tumore in einem frühen, noch gut zu behandelnden Stadium vorzufinden." Denn diese wachsen langsam und ohne Schmerzen zu bereiten im Darm heran. Da die Krebserkrankung vor allem bei Menschen ab Mitte des 50. Lebensjahrs auftritt, haben diese Anrecht auf eine von der Krankenkasse bezahlte Darmspiegelung. Wenn keine Vorzeichen einer Erkrankung festgestellt werden, wird die nächste Koloskopie erst wieder nach zehn Jahren fällig. "Maximal zehn bis 15 Prozent der Frauen und fünf bis zehn Prozent der Männer nehmen die Darmspiegelung in Anspruch", berichtet der Chefarzt. Bei der Untersuchung wird der leere Darm mit einem dünnen, flexiblen Schlauchsystem, welches mit einer Videokamera ausgerüstet ist, untersucht. Die Spiegelung dauert 15 bis 20 Minuten. "Auf Wunsch kann vorher eine Beruhigungsspritze gegeben werden", erklärt Kehl.
Seine Aufgabe ist es, an die Darmkrebsvorsorge zu erinnern und "die Angst davor zu nehmen", sagt der Gastroenterologe. "Aus diesem Grund wird in unserem Krankenhaus ein Theaterstück zum Thema Prävention aufgeführt." Muss indes ein Tumor behandelt werden, ist Dr. Olaf Hansen, Chefarzt der Abteilung Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie am Ev. Krankenhaus, gefragt. Am RP-Telefon beantwortet er Fragen zu operativen Therapiemöglichkeiten von Darmerkrankungen (Darmkrebs, Hämorrhoiden, Fistel, Darmdivertikeln).
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