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Hamminkeln: Warmbadetag vorerst gerettet

VON BERNFRIED PAUS - zuletzt aktualisiert: 04.02.2012

Hamminkeln (RP). Nachdem der Rotstift den Warmbadetag im Hallenbad ausrangiert hatte, blieben die Schwimmer weg. Nun dreht die Stadt die Heizung freitags wieder höher – zur Probe. Aber: Badegäste müssen einen Euro mehr zahlen.

Weil Badegäste mit den Füßen eindrucksvoll abstimmten, haben sie den Warmbadetag wieder aus der Tiefe des Sparhaushaltes hochgeholt.  Foto:  Archiv
Weil Badegäste mit den Füßen eindrucksvoll abstimmten, haben sie den Warmbadetag wieder aus der Tiefe des Sparhaushaltes hochgeholt. Foto: Archiv

Mit eiserner Disziplin haben die Sparkommissare im Rathaus im vergangenen Jahr den beliebten Warmbadetag gestrichen. Das hat im Hallenbad zwar nicht zur Eiszeit geführt, aber die Politik ist damit baden gegangen. Die Besucherzahlen am Freitag erlebten einen rasanten Absturz. Um die Talfahrt zu stoppen, ziehen Politik und Verwaltung nun die Reißleine. Freitags wird ab sofort die Heizung wieder höher gedreht. Doch Badegäste sollen an den finanziellen Folgen beteiligt werden. Einen Euro zusätzlich wird die Anhebung der Wassertemperatur auf Wellness-Niveau kosten. Nach drei Monaten soll geschaut werden, wie sich die Zahlen entwickeln. Dann soll der Rat endgültig über den Warmbadetag beschließen.

Info

Öffentliche Badezeiten

Montag geschlossen

Dienstag 7 bis 8 Uhr

Mittwoch 16.30 bis 20.30 Uhr

Donnerstag 7 bis 8 Uhr und 16.30 bis 20.30 Uhr

Freitag 15.30 bis 17 Uhr Senioren; 17 bis 17.45 sowie 18.45 bis 19.30 Uhr Wassergymnastik

Samstag geschlossen

Sonntag 9 bis 12 Uhr

Spareffekt: 3500 Euro

Jürgen Palberg, Fachbereichsleiter Sport, bezifferte die Kosten für die Warmbadetage auf rund 3500 Euro pro Jahr im ohnehin stark defizitären Bad. Circa 120 Euro koste es, das Wasser von 28 auf 30 Grad zu erwärmen. Als 2011 die Haushaltssicherung drohte, wollten sich Verwaltung und Rat den vermeintlichen Luxus nicht länger leisten. Doch sie haben in ihrem Sparbemühungen offenbar überdreht. Die Badegäste bibberten und blieben zu Hause.

Schwimmmeister Heinz Schmitz präsentierte jedenfalls im Sportausschuss bemerkenswerte Zahlen. Bei der Wassergymnastik, wo sich sonst fast eine Hundertschaft regelmäßig im wohlig temperierten Wasser tummelte, sei die Schar der Teilnehmer nach der Abkühlung um die Hälfte zurückgegangen. Beim Seniorenschwimmen verlieren sich die Teilnehmer inzwischen im großen Becken: Zwischen fünf und neun Senioren drehen ihre Runden, wo's vorher bis zu fünfmal so viele waren.

Davon, den gestrichenen Samstag als Badetag wieder einzuführen, sprach im Ausschuss keiner. Manfred Winter, SPD-Fraktionschef, bedauerte es lediglich, dass die Wärme am Freitag, die ja nicht binnen 24 Stunden auf das Ausgangsniveau zurückfalle, für den badefreien Samstag verloren sei. Der Schwimmmeister bestätigte, dass das Wasser am Folgetag noch immer 29,6 Grad habe. Deshalb regte Winter Überlegungen an, den Warmbadetag nach Möglichkeit so zu platzieren, dass man noch tags drauf lauwarm baden könne.

Grünen-Sprecherin Gisela Brick warnte davor, die Nutzungsmöglichkeiten fürs Hallenbad weiter einzuschränken. "Die Grenze des Zumutbaren ist erreicht", sagte sie. Heinz Breuer (CDU) pflichtete ihr bei: "Das ist schließlich ein öffentliches Bad." Verwaltungsvorstand Jürgen Palberg sicherte zu, dass im Rathaus nicht über weitere Einschnitte nachgedacht werde.

Quelle: RP


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