Wesel: Wasserski-Plan für Bergerfurth
VON FRITZ SCHUBERT - zuletzt aktualisiert: 26.08.2008Wesel (RPO). Duisburger Investor will Baggerloch bei Bergen für Wassersport nutzen. Stadt Wesel steht dem Projekt aufgeschlossen gegenüber, der Kreis moniert das fehlende Gesamtkonzept des Natur- und Freizeitverbundes.
Ruhig, verträglich, aber auch durchaus wirtschaftlich wertschöpfend sollen die Gewässer im Weseler Norden entwickelt werden. So steht es in allen Absichtserklärungen des Natur- und Freizeitverbundes Niederrhein – kurz NFN oder besser bekannt als jener Zusammenschluss von Wirtschaft, Vereinen und Verwaltungen, der sich um die Bislicher Seenplatte kümmert. Da sind erste Schritte sichtbar, vieles aber nebelhaft-visionär. Konkreter wird es nun durch die Anfrage eines Duisburger Investors für ein Baggerloch bei Bergerfurth. Er will dort Wasserski, ähnlich der Seilanlage an der Xantener Südsee. Erinnerungen an den Auesee-Streit um Freizeiteinrichtungen werden wach. Dennoch beurteilt die Weseler Stadtverwaltung das Konzept zunächst grundsätzlich positiv. Unterdessen moniert die Kreisverwaltung, dass es weiter kein NFN-Gesamtkonzept gibt.
Versandet
Dezernent Berg weiß von Widerspruch des Naturschutzes wegen des fehlenden Konzepts. Vor mehr als einem Jahr ist eins vorgestellt worden – und in der Gesellschafterversammlung versandet.
Mit Gastronomie und Parken
Nach RP-Informationen handelt es sich um das Auskiesungsgewässer der Firma Rheinkies Dr. Böttger nahe der Kreuzung B 8 / K 18 (Höhe Bergen) in Bergerfurth. Besagter Investor, der 25 Jahre Wassersporterfahrung mitbringt, hat ein Folgenutzungskozept vorgelegt. Die Stadtverwaltung woll es in Abstimmung mit Bürgermeisterin Ulrike Westkamp der Politik vorstellen. Wegen der engen Bezüge hat es ein Gespräch mit städtischen NFN-Gesellschaftsvertretern und NFN-Beiratsmitgliedern gegeben. Wie die RP erfuhr, sollen verbindliche Aussagen erst dann getroffen werden, wenn offene Fragen beantwortet sind. Dabei geht es um die maximale Auslastung, den Lageplan und die Abstimmung mit den Anwohnern. Das Konzept soll von Beginn an Wassersport, Gastronomie, Parken und Infrastruktur einschließen.
Beim Kreis sieht die Lage anders aus: Wie der Technische Dezernent Hans-Joachim Berg gestern der RP bestätigte, ist das Thema Wasserski in Bergerfurth in der Arbeitsgruppe Landschaftsplanung angesprochen worden. Grundsätzlich sieht er das Dilemma, dass der Entwurf des Landschaftsplans schon vorliegt, nicht aber ein NFN-Gesamtkonzept, das ihm zugrunde liegen sollte. „Es gibt immer mehr konkrete Anfragen für das Gebiet zwischen Wesel und Rees, neben einer Wasserskianlage eben auch für Hotelpläne, Campingplätze und vieles mehr“, so Berg. „Aber es braucht räumliche Abgrenzungen für die Schwerpunkte Naturschutz, stille Erholung und Freizeit.“ Laute Nutzung wie Wasserski muss laut Berg im riesigen NFN-Komplex möglich sein, aber eben auch passen.
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