Wesel: Weil's boomt, wird Platz knapp
VON KLAUS NIKOLEI - zuletzt aktualisiert: 04.09.2010Wesel (RPO). Anmeldezahlen der Lauerhaas-Gesamtschule steigen rasant. Folge: Es gibt zu wenig Fachräume, in Lehrerzimmer und Sekretariat herrscht drangvolle Enge. CDU befürwortete gestern Anbauten, über die der Schulausschuss berät.
Es ist keine drei Jahre her, da musste die Gesamtschule am Lauerhaas wegen massiv sinkender Schülerzahlen in der Sekundarstufe II um den Erhalt ihrer Oberstufe bangen. Ein Umdenken war nötig. Aktionen wie Konzerte, Lesungen und Feste wurden verstärkt beworben, Erfolge bei Wettbewerben (RWE-Energieprojekte, Sieg bei der Kindernothilfe-Kampagne Action! Kids, "NRW-Gütesiegel Individuelle Förderung", "Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage") öffentlichkeitswirksam verkauft. Das Image wandelte sich. Und dann profitierte die Schule von der Einführung des Turbo-Abis. Denn anders als in den Gymnasien wird in Gesamtschulen die Reifeprüfung auch künftig nicht schon nach zwölf, sondern nach 13 Jahren abgelegt.
2014 fehlen sieben Räume
Doch der Run auf die Gesamtschule (zum neuen Schuljahr mussten von den 215 Bewerbern 70 abgelehnt werden) und die dadurch ausgelöste Raumknappheit dürfte die Stadt künftig viel kosten. Zumal die Schulverwaltung derzeit keinen Gedanken an eine Gemeinschaftsschule verschwendet und der Schulentwicklungsplan bis zum Schuljahr 2014/15 von sieben fehlenden Klassenzimmern ausgeht.
Schon jetzt fehlen Fachräume für Kunst und Werken. Und auch das Lehrerzimmer platzt aus allen Nähten, weil durch die steigende Zahl der Oberstufenschüler (aktuell 82 neue Elfer, 75 Zwölfer, 45 Dreizehner), mehr Pädagogen eingestellt wurden, viele davon Teilzeitstellen haben (sieht Info).
"Da muss dringend etwas passieren", sagt Ulrich Richartz (CDU), Vorsitzender des Schulausschusses. Zusammen mit Bildungsexperten seiner Partei hat er sich gestern im Vorfeld der Fachausschusssitzung am Mittwoch, bei der das Raumproblem auf der Tagesordnung steht, vor Ort einen Überblick verschafft. Schulleiterin Ursula Hanebeck und Stellvertreter Dirk Timmermann machten klar, wo der Schuh drückt: "In unserem für 60 Lehrer ausgelegten Lehrerzimmer sitzen bis zu 90 Leute an den Tischen. Und auch das Sekretariat hat für drei Damen nur zwei Arbeitsplätze." Gebäudeservice-Fachkräfte haben bereits Maß genommen.
Ihre Pläne sehen einen (Wintergarten-)Anbau des Lehrerzimmers vor. Auch das Sekretariat soll um einen zehn Quadratmeter großen Raum erweitert werden. Kosten: 200 000 Euro. Entsprechende Mittel sind im Haushalt 2011 angemeldet. In den Folgejahren, so Timmermann, werden zusätzlich Kunst- und Technikräume (Neubau oder Umzug in die beiden Hausmeister-Wohnungen) sowie vier neue Kursräume (Umbau der Aula) benötigt.
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