Wesel: Weiter keine Spur von Judith
VON JULIA NAKÖTTER - zuletzt aktualisiert: 26.02.2009Wesel (RPO). Mit 40 Spürhunden suchte die Kreispolizei Wesel gestern erneut im Aaper Busch nach dem Rucksack des vermissten 14 Jahre alten Mädchens. Es war der vierte Großeinsatz innerhalb von zwei Wochen. Er blieb jedoch ohne Erfolg.
Für Rico und seinen Hundeführer Johann Jansen aus Kleve war es ein langer Tag. Gemeinsam mit weiteren 24 Polizeidiensthunden sowie 15 Tieren der Weseler Rettungshundestaffel durchsuchte der belgische Schäferhund gestern Parzelle für Parzelle den Aaper Busch. Sein Auftrag: Kleidung, Rucksack oder Handy der vermissten Judith Spiller zu finden. Es war der vierte Großeinsatz der Polizei im Kreis Wesel innerhalb von zwei Wochen. Doch auch dieser blieb – wie die vorangegangenen Suchaktionen – ohne Ergebnis.
Rucksack im Unterholz
"In der Nähe der Lippefähre hat Judith Spiller ihr Fahrrad abgestellt. Vielleicht hat sie anschließend einige ihrer persönlichen Sachen in das umliegende Unterholz geschmissen", erklärte Polizeisprecher Josef Wißen gestern vor Ort. Eine Überwachungskamera neben dem Umspannwerk hat Schritte des 14 Jahre alten Mädchens aufgezeichnet. Zu sehen sei, wie Judith ihr Fahrrad an einer Bank nahe der Lippe abstellt, abschließt und diesen Ort in Richtung Obrighoven verlässt. Einsatzleiter Herbert Ickert: "Höchstwahrscheinlich ist sie zur RWE-Straße gelaufen." Vor 15 Tagen hatten bereits 100 Beamte den Aaper Busch durchkämmt. "Solch eine Hundertschaft sieht jedoch nicht jeden Gegenstand im Unterholz", erklärte Wißen. "Vielleicht hat Judith auch ihren Rucksack in einem Erdloch verbuddelt."
Das Einsatzgebiet
Das Waldgebiet, welches die Polizeibeamten gestern mit Polizeidiensthunden und Tieren der Rettungshundestaffel durchsuchten, erstreckt sich über eine Länge von rund sechs Kilometern.
Zuvor gab es eine Einsatzbesprechung in der Reithalle Hohe Mark.
Nach wie vor gehen die Polizeibeamten von keiner Straftat aus. "Fakt ist, dass jede Spur von Judith Spiller fehlt", sagte Josef Wißen. Auch über das Karnevalswochenende hinaus gingen zahlreiche Hinweise bei der Ermittlungskommission ein. "Wo sich Judith aufhalten könnte, ist allerdings weiter unklar."
Helfen sollten nun 40 Spürhunde. Schäferhund Rico ist auf die Vermisstensuche sowie auf die Suche von Sprengstoff spezialisiert. "Er nimmt alle Gegenstände wahr, die mit menschlicher Witterung behaftet sind", erklärte Hundeführer Johann Jansen. "Sei es ein Rucksack oder ein Personalausweis." Entscheidend sei, wie lange der Gegenstand bereits im Wald liege. "In den vergangenen Tagen hat es anhaltend geregnet. Es wird sicher schwierig, im Aaper Busch eine Spur ausfindig zu machen", sagte Johann Jansen.
Bis in die Abendstunden dauerte gestern der Großeinsatz der Polizei an. Durchsucht wurden zudem alle Waldflächen nahe der A 3. "Zunächst sah es so aus, als ob wir eine Handytasche gefunden hätten", sagte Josef Wißen. "Diese hat sich jedoch als Futtertasche herausgestellt, die Hundeführer beim Tier-Training einsetzen. Leider sind wir keinen Schritt weiter."
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