Wesel: Wenn Banker im Schlamm wühlen...
VON FRITZ SCHUBERT UND MICHAEL ELSING - zuletzt aktualisiert: 28.03.2009Wesel (RPO). ... ist Strongman-Run in Weeze. Thorsten Schroer von der Verbands-Sparkasse Wesel geht zum zweiten Mal auf die 18 Kilometer lange Distanz auf dem Airport-Gelände. Auch Vorstand Friedrich-Wilhelm Häfemeier quälte sich schon über den kraftraubenden Kurs mit hohem Spaßfaktor.
Morgen ist wieder Strongman-Run auf dem Weezer Airport-Gelände. Wer sich darunter nichts vorstellen kann, der denke an einen abenteuerlichen Hindernisparcours, viel Schlamm – und an eigentlich trotzdem ganz normale Menschen. Rund 7800 Teilnehmer aus der ganzen Welt werden bei der kraftraubenden Wühlerei im Dreck erwartet. Darunter gut 30 aus Wesel. Auf der Liste aus der Hansestadt steht manch klangvoller Sportlername und einer, der stutzen lässt: Friedrich-Wilhelm Häfenmeier.
Als Vorstand der Verbands-Sparkasse ist der Mann, der Montag 46 Jahre alt wird, ein Inbegriff für stilvoll-korrekte Businesskleidung und entsprechend dezentes Auftreten. Und der soll bei diesem Wahnsinn mitmachen ? "Ja, Ich stehe noch auf der Starterliste", bestätigt Häfemeier. "Aber diesmal kann ich leider nicht mitmachen. Ich hatte zu wenig Zeit, um ordentlich zu trainieren." Enttäuschung ist ihm anzumerken, denn 2008 war der Banker dabei. Und er fand die Schinderei klasse. "Das hat unheimlich viel Spaß gemacht", sagt er, berichtet von der Obrighovener Reitbahn als idealem Trainingsgelände und von weiteren Wiederholungstätern.
Die Vorbereitung
Thorsten Schroer bereitete sich im vergangenen Jahr hauptsächlich am Aaper Busch auf den Strongman-Run vor, fand aber vor seiner zweiten Teilnahme nur selten die Gelegenheit zum Training.
Marcus Buchkremer nutzte die bei Ausdauersportlern beliebte Halde Norddeutschland in Moers, um sich für das Rennen in Weeze zu trimmen.
So einer ist Thorsten Schroer (41), ebenfalls in Diensten der Verbands-Sparkasse und bei der letztjährigen Auflage nach respektablen 1:58,40 Stunden im Ziel, was den 1095. Rang bedeutete. Neben der Vorfreude auf das Spektakel von Weeze, bei dem Comedy-Ausbilder Schmidt den Läufern obendrein den Marsch bläst, mischt sich bei Schroer auch eine gehörige Portion Respekt vor der 18 Kilometer langen Strecke. "Diesmal soll ein 2,50 Meter tiefer Wassergraben dabei sein. Das heißt, dass wir im extrem kalten Wasser schwimmen müssen", erzählt Schroer, der "gesund ankommen" möchte und den Wettbewerb als Vorbereitung auf künftige Triathlon-Konkurrenzen nutzt.
Buchkremer: "Grenzen erfahren"
Ebenfalls am Start ist der Weseler Marcus Buchkremer, vor einigen Jahren einer der hoffnungsvollsten Fußball-Schiedsrichter in Deutschland und heute bei vielen Lauf- und Triathlon-Veranstaltungen zu finden. Der 45-Jährige nennt Spaß und die Erfahrung seiner Grenzen als Motivation, sich durch den Schlamm zu quälen. "Zunächst ist es eine Überwindung, sich in den Dreck zu schmeißen. Aber nach ein paar Hindernissen spielt es keine Rolle mehr", erzählt Buchkremer, der es mit der Ausrüstung wie bei seiner Premiere im letzten Jahr halten will. "Ich ziehe alte Sportklamotten an, die ich nachher wegwerfe", so Buchkremer, der in 2008 nach 2:10,27 Stunden "ziemlich kaputt" das Ziel erreichte.
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