Kreis Wesel: Wesel – der Wasserkreis
VON FRITZ SCHUBERT - zuletzt aktualisiert: 09.05.2009Kreis Wesel (RPO). Wesel steht Wasser gut zu Gesicht. Aber wann wird es zu viel ? 11,6 Prozent des städtischen Areals gelten als Wasserfläche. Das bedeutet Platz eins in NRW, dicht gefolgt von Xanten. Verlierer ist die Landwirtschaft.
Die Anteile
Wasserfläche in Prozent:
– Alpen 1,8; Dinslaken 2,3; Hamminkeln 1,2; Hünxe 2,1; Kamp-Lintfort 1,6; Moers 2,8; Neukirchen-Vluyn 1,8; Rheinberg 7,8; Schermbeck 1,3; Sonsbeck 1,1; Voerde 8,2; Wesel 11,6, Xanten 11,4
– Kreis Wesel 4,3
– Regierungsbezirk Düsseldorf 3,4 – Nordrhein-Westfalen 1,9
Die Bauern verlieren weiter an Boden. Wie das Statistische Landesamt mitteilte, nahm die Agrarfläche in NRW seit 1999 um 685 Quadratkilometer ab. Das entspricht fast der Größe des Rhein-Erft-Kreises. In den gemeindescharfen Ranglisten der Statistiker ragt in der Nutzungsart Wasserfläche die Stadt Wesel heraus. Sie hat mit 11,6 Prozent das meiste Nass im ganzen Land. Dicht gefolgt von Xanten, wo 11,4 Prozent des städtischen Areals als Wasser gelten. Der Zehnjahresvergleich offenbart Entwicklungen. So ging landwirtschaftliche Fläche in Wesel um acht Prozent zurück, während Wasser um 15,2 Prozent zulegte. Auf den ganzen Kreis Wesel bezogen, sieht es ähnlich aus. Aktuell 4,3 Prozent Wasser (Tendenz steigend) und 55,4 Prozent Landwirtschaft (fallend).
Waldflächen legen zu
Mit Blick auf den Kies klingt das logisch: Nur wo er liegt, kann er auch gewonnen werden. Aber Landwirte haben schon Probleme, mit ihren Betrieben zurechtzukommen, weiß Michael Klessa aus dem Weseler Rathaus. Besonders im Norden rund um Bislich, wo weitere Abgrabungen folgen werden. Klessa schätzt, dass mit den bereits geplanten Auskiesungen (ohne Gebiete der Reservekarte) ein Wert von 15 Prozent erreicht wird und Wesel lange die NRW-Spitzenposition halten wird. Unmittelbar negative Auswirkungen fürs Mikroklima fürchtet er nicht. Wohl müsse aber der Strukturwandel intensiv begleitet werden. Wie etwa mit dem Dorfentwicklungskonzept für Bislich im Natur- und Freizeitverbund Niederrhein (Stichwort Seenplatte) bis Rees. Attraktiv müssten die Kieslöcher werden: "Man kann so einen Spitzenplatz auch als Auszeichnung empfinden." Als positiv streicht Klessa heraus, dass Waldfläche um 3,9 auf 13,4 Prozent zugenommen hat.
Diese Tendenzen hat auch Willi Rittmann aus dem Technischen Dezernat der Kreisverwaltung den detaillierten Statistiken entnommen. Mit den geplanten Abgrabungen werde der Wasseranteil von 4,3 auf acht Prozent steigen. Rittmann fiel auch auf, dass der Kreis Wesel in zehn Jahren rund 94 000 Quadratmeter größer geworden ist. Die sind zwar nicht vom Himmel gefallen, doch hat moderne Luftbildauswertung einen Anteil daran, dass heute vieles genauer vermessen werden kann als 1999. "Jeder Krümel", so Rittmann, wird heute erfasst. Unter den Begriff Wasserfläche fallen Rhein, Lippe, alle anderen Fließgewässer, Häfen sowie natürliche und künstliche Seen, aber auch Regenrückhaltebecken und Fischteiche.
In Bezug auf den Kies heißt es kreisweit, dass es bald gut sein muss und die Reserverkarte das Höchstmaß markiert.
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