Wesel: Wesel entdeckt Kampf um Fachhochschule
VON THOMAS HESSE - zuletzt aktualisiert: 13.08.2008Wesel (RPO). Nach der eher flauen Präsentation des Fachhochschul-Konzepts kürzlich im Rathaus (RP berichtete) entdeckt Wesel den Kampf um die Bildungseinrichtung. Landauf, landab gibt es nicht nur über 100 Konkurrenten, die eine der drei ausgelobten drei Fachhochschul-Neugründungen oder fünf FH-Zweigstellen in NRW haben wollen. Erstmals ist die Offensive des Wissenschaftsministeriums auch als Wettbewerb ausgeschrieben. Einfache Anträge und politischer Einfluss reichen nicht, nur Qualität.
Im Hauptausschuss, der gestern einstimmig für das Bewerbungskonzept (Informationslogistik; biogene Energie, Ressourcenmanagement; Standort Telekom-Gebäude Schermbecker Landstraße) war, ließen allen Fraktionen entschlossene Töne hören. Bürgermeisterin Westkamp wartete mit einem willensstarken Redebeitrag auf. Einschätzen lassen sich Wesels Erfolgsaussichten aber kaum, obwohl gute wissenschaftliche Nischen gefunden wurden. Am Freitag wird die Bewerbung abgegeben, das Land trifft bis Ende des Jahres zunächst eine Vorauswahl der 15 Favoriten.
Kritik am einseitigen Kreis
Dr. Manfred Wüstemeyer (FDP, Drevenack), Motor der Bewerbung, setzte gestern nach der Konzeptvorstellung nach: „Jeder Konkurrent beobachet jeden. Es kommt in Wesel leider öfter vor, dass nicht gekämpft wird. Wir müssen aber kämpferisch sein, weil wir fest glauben, eine Chance zu haben.“ Die Worte verfehlten nicht ihre Wirkung. Kritik gab es am Kreis, der sich einseitig auf die Seite Kamp-Lintforts geschlagen habe. Das verhindere nötiges regionales Denken. Erstmals geht es bei der FH nicht um Kompensation für verlorene Arbetisplätze. Vorhandene Stärken sollen gestärkt werden.
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