Wesel: Wesel-Krimi: Wie’s Leser mögen
zuletzt aktualisiert: 23.11.2007Wesel (RPO). Regionalkrimis wie „Die Wölfin“ liegen absolut im Trend und sind gerade zu Weihnachten als Geschenk besonders beliebt. Diese Erfahrung macht jedenfalls Buchhändler Hans Langohr, Geschäftsführer von Dambeck an der Korbmacher Straße. Die RP sprach mit ihm.
Vor zehn Jahren gab es den ersten Wesel-Krimi „Der Esel“. Jetzt legen Thomas Hesse (Wesel) und Renate Wirth (Xanten) ihr neues Buch mit dem Tatort Wesel vor. Es heißt „Die Wölfin“, dreht sich um ärztliche Verantwortung in einer fiktiven Weseler Klinik, Schuld, Verstrickung und Rache. Zehn Jahre Wesel-Krimis: Die RP sprach mit Buchhändler Hans Langohr über Regionalkrimis und Leservorlieben. Er veranstaltet die Premierenlesung der „Wölfin“ am Dienstag, 27. November, um 19.30 Uhr in der Buchhandlung Dambeck, Korbmacherstraße 17.
Ist aus Sicht des Buchhändler der Trend ungebrochen, was regionale Krimis betrifft? Oder haben sich die Geschmäcker gewandelt?
Premierenlesung
In der Weseler Buchhandlung Dambeck, Korbmacherstraße 17, lesen die Autoren Renate Wirth (Xanten) und Thomas Hesse (Wesel) am Dienstag, 27. November, 19.30 Uhr, aus der „Wölfin“ vor.
Langohr Gewandelt hat sich die Nachfrage. Sie ist stärker geworden. Aber das Angebot ist auch gewachsen. Als „Der Esel“ im Jahr 1997 erschien, gab es mit Emons und Grafit nur zwei Verlage, die regionale Kirmis anboten. Heute sind mehrere Anbieter am Markt. In der Summe sind die Regionalia stärker geworden.
Was mögen die Leser?
langohr Wir haben zwei vorherrschende Bereiche bei den Regional-krimis. Da wird in Urlaubsgegenden ermittelt. Und zweitens zählt der heimische Bereich vom Niederrhein bis hin nach Köln. Historische Stoffe sind auch beliebt. Schwerpunkt in der Beliebtheit ist natürlich der Niederrhein.
Welche Erfahrungen haben Sie mit Weseler Krimilesern ?
Langohr Das ist unterschiedlich, jeder hat seine Vorlieben. Das hat nicht unbedingt Wesel und örtlichen Lesern zu tun. Hauptsache ist, dass die erzählte Geschichte und die Qualität stimmen. Die Leser gehen da nicht so analytisch ran. Ich glaube aber, dass eine Kaufentscheidung meist Bauchsache ist.
Was halten Sie vom Begriff der neuen Heimatliteratur für den regionalen Kriminalroman?
Langohr Das klingt verkaufsfördernd und drückt die Situation griffig aus. Aber ob das wirklich so ist? Heimatliches ist jedenfalls in, siehe Jahrbuch des Kreises, Stadtarchiv, Historische Veeinigung usw. Erstaunlich ist aber auch, wie stark Krimis in der allgemeinen Belletristik gefragt sind. Das sind zwei Aspekte, die beim regionalen Kriminalroman zusammenpassen. Dazu kommt, dass viele auf Bewährtes vertrauen und lieber zum Bekannten greifen.
Regionales ist als Geschenk beliebt – sogar weltweit . . .
Langohr Ja, solche Bücher sind außerordentlich beliebte Geschenke. Gerade jetzt zu Weihnachten. Beim heimatlichen Krimi wie „Die Wölfin“ spielt oft der Aspekt mit, ein Stück Heimat zu verschenken. Etwa an Leute, die ursprünglich aus Wesel stammen und dann weggezogen sind. Ein bisschen Ironie in der Handlung über die Niederrheiner und über das Genre ist da natürlich gefragt.
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