Wesel: Weseler Ideen für Champs-Élysées
zuletzt aktualisiert: 21.05.2008Wesel (RPO). Die Weseler Deco Leisure GmbH, die für die Kaffeekette Starbucks europaweit Filialen einrichtet, befindet sich im Gewerbegebiet Am Schornacker auf Expansionskurs. Das Kreativteam des Ladenbauers entwirft Pläne für Freizeitparks, Museumshops und Restaurants.
Zu den Weseler Firmen, die sich international einen Namen gemacht haben, die aber in der Kreisstadt selbst kaum jemand kennt, gehört die Deco Leisure GmbH. Im ersten Stock eines architektonisch bemerkenswerten Hauses im Gewerbegebiet am Schornacker entwirft und plant ein 30-köpfiges Team um Geschäftsführer Gerhard Pennekamp (48) die Inneneinrichtungen für Harley-Davidson- und Museumsshops, für Restaurants und Freizeitparks. Einer der größten Auftraggeber ist die Kaffee-Kette Starbucks. Mit Gerhard Pennekamp, der jüngst bei einer Zwangsversteigerung im Amtsgericht eine zusätzliche Lagerhalle erworben hat, sprach RP-Redakteur Klaus Nikolei.
Viel Glas am Bau, edles Holz auf den Böden, Kunst an den Wänden und eine Teichanlage vor dem Portal: Der Firmensitz von Deco Leisure kann sich sehen lassen.
Pennekamp Finde ich auch. Aber wir haben den Bau nicht selbst errichtet, sondern die Räume des ehemaligen Ladenbauers Deco Projekt übernommen. Die Gründer, ein holländisches Brüderpaar, haben sich 1993 in Wesel niedergelassen. Vor fünf Jahren habe ich Deco Leisure übernommen.
Eine Firma, die in Wesel kaum einer kennt, international aber einen guten Ruf genießt.
Pennekamp Menschen, die zum ersten Mal mit uns zu tun haben, stauen, was wir so alles machen. Zu unseren Referenzobjekten gehört sicherlich der Museums-Shop im Madame-Tussaud-Wachsfigurenkabinett in London. Stark sind wir aber auch in der Gastronomie. Die Pläne für die Fassade eines Schnell-Restaurants im Stil einer Ritterburg für das Playmobil-Land in Zirndorf bei Nürnberg stammen von uns. Auch für Freizeitparks wie Legoland oder Sealife sind wir tätig.
Woher bekommen Sie die Ideen?
Pennekamp Unsere Mitarbeiter sind viel unterwegs, spüren in England und den USA neue Trends auf.
Was ist in den Staaten aktuell angesagt und könnte bald auch in Europa zu finden sein?
Pennekamp Ein Trend kommt aus Chicago. Dort gibt es das Fast-Food-Konzept Bao. Asiatische Reisbällchen werden mit Fingern gegessen. Angesagt sind außerdem die Cheesecake-Factorys, in denen im edlen Ambiente zahllose Sorten Käsekuchen angeboten werden.
Gibt es einen Geschäftsbereich, mit dem Sie am Markt besonders erfolgreich sind.
Pennekamp Wir sind für die Kaffee-Kette Starbucks tätig. Fast alle Filialen in Europa werden von uns eingerichtet. Es ist aber nicht so, dass wir die Sachen entwerfen, sondern wir sind für die Koordination zuständig. Starbucks schickt uns die Pläne, wir vergeben die Aufträge an Fachbetriebe. Die Ware kommt zu uns nach Wesel, wir stellen die Lieferungen zusammen und lassen die Möbel aufbauen.
Gibt es irgendein spektakuläres Projekt, an dem Ihre Leute gerade arbeiten?
Pennekamp Am Nürburgring entsteht bis 2009 ein neues Besucherzentrum, an dem wir mitarbeiten.
Ihr Unternehmen lebt von der Kreativität der Mitarbeiter. Ist es schwer, gutes Personal zu bekommen?
Pennekamp Wir sind in der Szene bekannt. Und weil Wesel nicht weit von Köln und Düsseldorf entfernt liegt, sind wir auch für internationale Spezialisten interessant. Jüngst haben wir einen Mitarbeiter aus Paris eingestellt. Ich muss sagen, dass unsere Kreativen einen abwechslungsreichen Job haben. Gleich fliegt beispielsweise ein Kollege zu den Champs-Élysées.
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