Wesel: Wesels gesellschaftliche Mitte
VON CORNELIA KRSAK - zuletzt aktualisiert: 19.05.2008Wesel (RPO). Die Demografische Gesellschaft kooperiert jetzt mit der renommierten Herbert-Quandt-Stiftung. Sie will die Basis der Debatte in Wesel auf ein starkes Niveau bringen. Ganz aktuelles Thema morgen: Die Zukunft der Mittelschicht.
Die Veranstaltung
Die Kooperationsveranstaltung der Weseler Demografischen Gesellschaft mit der Herbert-Quandt-Stiftung findet morgen um 19.30 Uhr in der Verbandssparkasse Wesel, Bismarckstraße 1, statt.
Um Voranmeldung wird gebeten unter Telefon 0281 2032230.
Weitere Einzelheiten zur Veranstaltung im Internet: www.weseler-dg.de
Der Mittelstand in Deutschland schrumpft. Wohlstand und Bildung sind in Gefahr. Schreckensmeldungen wie diese sind immer häufiger zu hören. Doch wer gehört eigentlich zur gesellschaftlichen Mitte und welche Rolle spielt sie in einer modernen Dienstleistungs- und Wohlstandsgesellschaft? Welche Auswirkungen haben Globalisierung und Digitalisierung auf die Grundstrukturen unserer Gesellschaft? Wie kann die Integration vieler alter und weniger junger Menschen in Zukunft gelingen? Oder führen Wirtschafts- und Wertekrise zu einer nicht steuerbaren Polarisierung der Gesellschaft?
Um diese und weitere grundlegende Fragen wird es in einer Veranstaltung gehen, die morgen von der Weseler Demografischen Gesellschaft gemeinsam mit der Herbert-Quandt-Stiftung ausgerichtet wird. In einem Forschungsprojekt mit dem Titel „Zwischen Erosion und Erneuerung – Die gesellschaftliche Mitte in Deutschland“ hat die Herbert Quandt-Stiftung die Zukunft der gesellschaftlichen Mitte in Deutschland beleuchtet und auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse Entwicklungs- und Handlungsoptionen erarbeitet. Vorrangig geht es um die Frage: Was kann Politik tun und wo liegen ihre Grenzen? Die Präsentation der Ergebnisse in Wesel ist die erste in NRW.
Erste Präsentation in NRW
„Darauf sind wir sehr stolz. Wir haben das Projekt seit 2006 mit großem Interesse verfolgt“, sagt Gabriele C. Klug, Vorsitzende der Weseler Demografischen Gesellschaft. Der Kontakt sei durch die Altana AG hergestellt worden, deren Zentrale in Wesel ist und der die Herbert-Quandt-Stiftung angehört. Das Thema sei überregional von großem Interesse, aber auch besonders für Wesel als typische Mittelschicht-Stadt. Die Weseler Demografische Gesellschaft wurde 2006 gegründet, um die Chancen der demografischen Entwicklung aus der Perspektive des bürgerlichen Engagements in der Stadt Wesel zu beleuchten. „Die Herausforderung besteht darin, neue Konzepte zu entwickeln“, so Klug. Von der Veranstaltung erhofft sich die Vorsitzende Impulse für den politischen Diskurs vor Ort.
„Kokon“ oder „Jo-Jo“
Dr. Albrecht Graf von Kalnein, Vorstand der Herbert-Quandt-Stiftung, Prof. Dr. Kai Wegrich (Hertie-School of Governance, Berlin) und Holger Schmidt (Stipendiat der Herbert-Quandt-Stiftung) werden die Ergebnisse und Leitlinien des Projektes vorstellen und „alternative Zukunftswelten“ in Form der Szenarien „Kokon“ und „Jo-Jo“ entwickeln. Anschließend stehen die Referenten zum Gespräch bereit.
Die Herbert-Quandt-Stiftung mit Sitz in Bad Homburg beschäftigt sich unter anderem mit großen Zukunftsfragen von Gesellschaft und Politik. Zum Projekt „Die gesellschaftliche Mitte“ fanden seit 2006 drei Symposien mit namhaften Gästen aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik statt. Die wesentlichen Ergebnisse wurden jetzt in einem Lagebericht publiziert.
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