Kreis Wesel: Wettbewerb um Fachhochschule spitzt sich zu
VON HERIBERT BRINKMANN UND FRITZ SCHUBERT - zuletzt aktualisiert: 04.07.2008Kreis Wesel (RPO). Bereits im Dezember sollen die neuen Fachhochschul-Standorte in NRW feststehen. Im Kreis Wesel spitzt sich der Wettbewerb zwischen den Aspiranten Wesel und Kamp-Lintfort langsam zu.
Nachdem die Initiative der Wir 4-Städte Moers, Kamp-Lintfort, Neukirchen-Vluyn und Rheinberg bereits Interesse in Düsseldorf signalisiert hatte, schrieben die vier Bürgermeister jetzt gemeinsam Unternehmen an. Sie bitten um Unterstützung für Kamp-Lintfort. „Wir brauchen auch Ihren renommierten Namen und Ihr aktives Bekenntnis zur Notwendigkeit und zum Konzept“, heißt es in dem Papier. Wünsche, Anforderungen und Möglichkeiten der Unternehmen sollen in die Bewerbung mit einfließen. Gerade hat sich auch die neue Groß-IG-Metall für Kamp-Lintfort ausgesprochen (RP berichtete).
Wir 4 schreibt – Wesel arbeitet
Recht gelassen reagierte darauf Beigeordneter Wolfgang Jung im Weseler Rathaus. Während die vier linksrheinischen Kommunen nun Unternehmen erst anschrieben, säße die Wirtschaft in Wesel schon im Arbeitskreis für die Bewerbung mit am Tisch, sagte Jung. „Wir sind natürlich auch für jede weitere Unterstützung dankbar, sehen uns aber schon gut aufgestellt und halten ständig kooperativen Kontakt zur Fachhochschule in Bocholt“, erklärte Jung. „Wir wollen eine qualitativ gute Bewerbung abgeben.“ Als Standort für eine Fachhochschule in Wesel wird bekanntlich das Telekom-Gebäude an der B 58 gehandelt. Auf der linken Rheinseite werden Objekte im Gewerbegebiet Genend und das ehemalige BenQ-Gebäude in die Waagschale geworfen.
Bis zum 15. August müssen die Bewerber ihre Ideen genauer vorstellen. Vier Wochen später soll bereits die Vorauswahl getroffen werden. Unterm Strich wird es in ganz NRW acht Gewinner geben. Denn das Land sucht drei Standorte für die Gründung neuer eigenständiger Fachhochschulen und fünf für die Erweiterung bestehender FHs. Hintergrund ist der doppelte Abiturjahrgang 2013. Bis dahin sollen die neuen Fachhochschulen zur Verfügung stehen. Ihr Schwerpunkt soll auf den „MINT-Fächern“ (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) liegen.
Kleve, Emmerich, Geldern . . .
Unterdessen ist auch im Nachbarkreis Kleve eine Rangelei um eine Bewerbung ausgebrochen. Experten des Wissenschaftszentrums plädieren für die Kreisstadt, während Emmerich sich für sein Kasernengelände ins Zeug legt und nun auch Geldern in den Ring steigt.
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