Wesel: "Wilde Schwestern" heiß aufs Drachenboot-Rennen
VON CORNELIA KRSAK - zuletzt aktualisiert: 28.07.2010Wesel (RPO). "Eins, zwei, drei, vier..." Die Stimme von Ron Gehrecke kommt im Sekundentakt aus dem Lautsprecher. Per Kopf-Mikrofon feuert der Trainer seine Mannschaft im Drachenboot an. Die zehn Frauen paddeln, was das Zeug hält und legen dabei ein ganz passables Tempo vor.
Im Gleichtakt tauchen die Blätter ins Wasser ein. Man möchte nicht meinen, dass die Damenmannschaft zum großen Teil aus blutigen Anfängerinnen besteht. Im Alltag sind sie im Evangelischen Krankenhaus Wesel oder im Alten- und Pflegeheim Haus Kiek in den Busch beschäftigt.
An PPP erstmals auf dem Auesee
Für den 4. Weseler Drachenboot-Fun-Cup, der am PPP-Sonntag, 8. August, nun erstmals auf dem Auesee startet (zuletzt war der Sporthafen Austragungsort), tauschen die Frauen ihre Dienstkleidung gegen ein sportliches Outfit und trainieren beim Kanu-Club Friedrichsfeld auf dem Wesel-Datteln-Kanal.
Trainer Ron Gehrecke bringt die "Wilden Schwestern", wie sie sich auf der Rennstrecke nennen, ordentlich ins Schwitzen. Der ehemalige Kanurennsportler weiß, worauf es beim Drachenbootfahren ankommt. "Teamgefühl ist ganz wichtig, und dass der Takt gehalten wird", erklärt Gehrecke. Kräftige Oberarme können sicher auch nicht schaden.
"Ich hätte nicht gedacht, dass es so anstrengend ist. Man nutzt ganz andere Muskelpartien", sagt Kerstin Hertrampf. Die Altenpflegerin erklärte sich ganz spontan dazu bereit, mit ihren Kolleginnen an den Start zu gehen. "Dabei wusste ich gar nicht genau, was Drachenbootrennen eigentlich ist", gibt Hertrampf zu.
Den "Sprung ins kalte Wasser" hat sie nicht bereut. "Es geht nicht ums Gewinnen, sondern um den Spaß", betont Karin Bovenkerk. Die Krankenschwester ist ebenfalls zum ersten Mal dabei. Die Kooperation von Krankenhaus und Altenheim ist in diesem Jahr ein Novum beim Drachenbootrennen. Ein weiteres Team setzt sich aus Mitarbeitern der Klinik und des Therapiezentrums "Visalis" zusammen. "Es rotten sich immer ein paar Leute zusammen und melden sich an", sagt Anette Speckamp, die im Krankenhaus für die Überleitung von Patienten in die nachstationäre Pflege verantwortlich ist.
Die Auszubildenden Yvonne Salai, Vanessa Berthold und Lisa Daniels hoffen, dass sie die Riesengaudi vom vergangenen Jahr wiederholen können. "Es war einfach nur lustig. Wir hatten Anti-Trombosestrümpfe, Schutzhosen und OP-Hauben auf", erzählt Salai. Ihre diesjährige Kostümierung halten die "Wilden Schwestern" bis zum Rennen geheim.
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