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Hamminkeln: Wo der "Poggenbär" steppt

VON LAURA KERKENPASS - zuletzt aktualisiert: 13.02.2009

Hamminkeln (RPO). Reportage Seit 34 Jahren stehen Katholische Frauen in Mehrhoog in der Bütt. Handgemachter Karneval der herzhaften Art hat auch die Männer zu Fans gemacht. "Schlachterin" Fine Terhorst ist mit 79 die älteste Närrin.

Christiane Nissen (links) und Elke Beyering machten mit ihrem Sketch "Das feine Lokal" den Eisbrecher im Programm. Das vornehmes Benehmen nach Knigge auf dem Lande gut ankommt, bewies der Beifall.  Foto: RPO
Christiane Nissen (links) und Elke Beyering machten mit ihrem Sketch "Das feine Lokal" den Eisbrecher im Programm. Das vornehmes Benehmen nach Knigge auf dem Lande gut ankommt, bewies der Beifall. Foto: RPO

In Mehrhoog gehört der Karneval zunächst ganz allein den Frauen. Die Männer dürfen hier allenfalls dienend dabei sein im Narrensaal Pollmann, wo Mittwoch und gestern die Lachmuskeln trainiert wurden. Die Sitzung der kfd (Katholische Frauen Deutschland) Mehrhoog ist längst kein Geheimtipp mehr. Seit 34 Jahren steigen Mehrhooger Frauen in die Bütt.

Jeder Sketch, jede Musikeinlage und jede Büttenrede wird selbst geschrieben, einstudiert und aufgeführt. "In diesem Jahr sind wir 17 aktive Frauen im Alter zwischen 16 und 79 Jahren", erklärt kfd-Leiterin Annette Flaswinkel. Das Publikum ist altersmäßig genauso gemischt wie die Gruppe der kfd. Alt sitzt neben Jung, alle feiern fröhlich mit. Die Karnevalslieder kennen alle auswendig. Die 17 jecken kfd-Frauen haben 14 Programmpunkte einstudiert. Fine Terhorst ist mit 79 Jahren die älteste Mitstreiterin. Sie hält ihre Büttenrede auf Platt. In "Der letzte Schlachter" erzählt sie mit blutverschmierter Schürze von den Missgeschicken des Metzgers, der aus dem "Poggenbär" eine Blutwurst machen wollte.

Info

Finale, oho

Die kFD Mehrhoog feiert in diesem Jahr zum 34. Mal ihren Frauenkarneval.

17 aktive Frauen haben das Bühnenprogramm selbst einstudiert und die Kostüme geschneidert. Die Show wird drei Mal aufgeführt.

Morgen Abend um 19.11 Uhr ist Finale im Narrensaal Pollmann. Dann müssen die Männer nicht mehr draußen bleiben. Es werden wieder rund 160 Zuschauer erwartet. Lachen ist programmiert.

"Wir hatten erst immer nur die beiden Frauen-Abende. Irgendwann haben sich die Männer beschwert", so Annette Flaswinkel. "Deshalb dürfen die Männer Samstagabend mitkommen." Die Mischung macht einen Unterschied. "Die Stimmung ist auch schön, aber anders halt", so Flaswinkel.

Die "Blue Woman Group" hat Musik im Blut. Mit langen blauen Wimpern, blauen Perücken und weißen Püllröckchen tanzen sie zu heißen Rhythmen so ekstatisch, dass Gundi, Heidi, Walburga und Lena oft vergessen, auf ihre Plastikrohre, Gartenschläuche und Papptrommeln zu schlagen. Mit Pfiffen und tosendem Applaus werden sie zur Höchstleistung angestachelt.

Die Witze sind so gut, da kriegt frau große rosarote Ohren. Kfd-Karneval in Mehrhoog ist beinhartes Lachmuskeltraining. Foto: RPO

"Wir treffen uns im November und besprechen unsere Ideen. Ab Januar proben wir und nähen Kostüme", so die kfd-Chefin. Klar, dass Mehrhoog der Spiegel vorgehalten wird. Selbstironie beweisen Hermine Sinbel und Maria Schulte im Sketch "Die Autowerkstatt". "Herr Epschke" vom gleichnamigen Autohaus in Mehrhoog hatte "Frau Schantall" ein Cabrio mit Stern verkauft. Die wundert sich nun, dass ihr neues Auto nicht fahren will. So ruft sie im Autohaus an. "Läuft denn der Motor?" fragt der Experte. Frau Chantall ist irritiert: "Woran kann ich das denn sehen?" Die Blondine hat keine Ahnung. Auf die Frage, ob denn Benzin im Tank ist, antwortet sie: "Hör'n Se ma. Woher soll ich denn wissen, was da drin ist?" Täätääää - Tusch!

Quelle: RP

 
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