Wesel: Wohnung in Flammen
VON FRITZ SCHUBERT - zuletzt aktualisiert: 12.04.2007Wesel (RPO). Schreck in der Morgenstunde: Brand in einem Mehrfamilien- und Geschäftshaus an der Poppelbaumstraße schnell gelöscht – Lampe hinter Schrankbett hatte Wärmestau verursacht – Hoher Schaden, keine Verletzten
Bei Hans-Georg Gerlach wurden gestern Morgen unliebsame Erinnerungen an Heiligabend 1981 wach. „Ich habe den Gestank heute noch drin“, sagte der Inhaber des Schuhgeschäftes Gerlach an der Poppelbaumstraße, das an besagtem Tag in Flammen gestanden hatte. Gestern stand über dem Haus gegenüber dicker Qualm. In der Wohnung über der Anwaltskanzlei von Ralf Brücker und Lothar Söffken war ein Feuer ausgebrochen. Verletzt wurde niemand. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf rund 40 000 Euro.
Unglück im Haus nicht bemerkt
Die Ursache war klein, die Wirkung groß: Laut Polizei hat eine eingeschaltete Lampe hinter einem hochgeklapptem Schrankbett zu einem Wärmestau geführt. Vom Wohnungsinhaber (und den anderen Hausbewohnern) wurde das Unglück nicht bemerkt. Er war bereits an seiner Arbeitsstelle, als eine Nachbarin von gegenüber den Qualm sah und gegen 8.10 Uhr die nahe Feuerwehr alarmierte. Die Wache liegt gerade mal 100 Meter entfernt. Entsprechend flott waren die Kräfte an Ort und Stelle, suchten das Haus nach Personen ab.
Großes Aufgebot
Die Feuerwehr war an der Poppelbaumstraße gestern Morgen mit 25 Kräften und sieben Fahrzeugen im Einsatz.
Die Polizei riegelte den Bereich zwischen Baustraße und Finanzamt ab. Die Kripo nahm sofort die Ermittlungen auf und kam zu dem Schluss: Wärmestau durch Lampe.
Fünf Menschen, die sich zu dem Zeitpunkt in dem dreigeschossigen Wohn- und Geschäftshaus befunden hatten, konnten ohne Einsatz der Drehleiter in Sicherheit gebracht werden. Notarzt und Helfer des Rettungsdienstes waren da, brauchten aber nicht einzugreifen. Unterdessen wüteten die Flammen besonders in einem Computerzimmer von etwa sechs Quadratmeter Größe, in dem der Brand ausgebrochen war.
Gegen 8.26 Uhr hatte die Wehr das Feuer unter Kontrolle. Ein Übergreifen auf die weiteren Räume, die stark verrußten, wurde verhindert. Während die Brandwohnung derzeit unbewohnbar ist, konnten die weiteren Mitglieder der Hausgemeinschaft bereits um 9.30 Uhr wieder in ihre Räume zurück und nach dem Rechten sehen.
„Ich dachte, es sei der Postbote“
Die Sorge der Nachbarn galt dabei insbesondere den in Mitleidenschaft gezogenen Türen und der Frage, wie sie ihre Wohnungen gesichert bekämen. Insgesamt wohnen 13 Personen in dem Gebäude. „Ich dachte erst, es sei der Postbote“, sagte eine Frau, die von der klingelnden Feuerwehr überrascht worden war.
Zahlreiche Schaulustige verfolgten den Einsatz der Feuerwehr, der gegen 9.53 Uhr beendet war. Einige Kräfte gingen zu Fuß die paar Meter zur Wache zurück. Nachbar Hans-Georg Gerlach tauschte mit Ralf Brücker, dessen Frau Hauseigentümerin ist, Branderfahrungen aus.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




