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Wesel: Zeitzeugen berichten

VON MARTHA AGETHEN - zuletzt aktualisiert: 25.02.2010

Wesel (RPO). Die Ausstellung "Wiederaufbau der Stadt Wesel" endet am Sonntag. Fazit ist positiv. Damit das Ereignis nachwirkt, folgt nun ein Kolloquium. Kompetente Zeitzeugen aus der Nachkriegszeit erzählen dabei erlebte Geschichte.

Die Ausstellung im Centrum – hier die Ausstellungsmacher (v.l.) Jürgen Becks , Dr. Roelen , Doris Rulofs-Terfurth – hat reges Interesse geweckt. Ein Kolloquium mit Zeitzeugen rundet das Tthema nun ab.   Foto: RPO
Die Ausstellung im Centrum – hier die Ausstellungsmacher (v.l.) Jürgen Becks , Dr. Roelen , Doris Rulofs-Terfurth – hat reges Interesse geweckt. Ein Kolloquium mit Zeitzeugen rundet das Tthema nun ab. Foto: RPO

Die Ausstellung "Wiederaufbau der Stadt Wesel" im Centrum endet am Sonntag. "Diese Generation ist glücklicherweise noch da", sagt Kulturdezernent Wolfgang Jung. Wie lange noch, das weiß keiner. So soll mit Ablauf von vier Monaten das Thema nicht in den Kellern des Archivs verschwinden. Es folgt Ende März ein ganztägiges Kolloquium im Preußen-Museum.

Die menschliche Seite

Dr. Martin Roelen vom Stadtarchiv hat sich rührig bemüht, kompetente Zeitzeugen aus der Nachkriegszeit aufzustöbern, die an diesem Tag nicht nur Fakten zu berichten haben, sondern die menschliche Seite noch einmal aufleben lassen. Architekt Werner Brücker, der lange Jahre fürs Bauamt und den Bauverein tätig war, konnte bei einem zufälligen Besuch im Stadtarchiv gleich diesbezüglich "verhaftet" werden.

Info

Bitte anemlden!

Das Kolloquium am Samstag, 20. März, beginnt um 10 Uhr im Preußen-Museum. Sechs Stunden sind eingeplant; der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten unter Telefonnummer 0281 1645400 (Stadtarchiv).

Inge Müller-Heuser, seit 1951 vor Ort in Sachen Pädagogik und Kultur engagiert, wird zum Thema "Wiederaufbau und Schule" sprechen. Auch Gerda Tenbruck, die Tochter des Bürgermeisters Wilhelm Groos von 1945, konnte gewonnen werden. Auf dem Umweg über den WDR knüpfte man Kontakte zu Wolfgang Neuköther. Sein Vater war in Stalingrad gefallen. Als Ältestes von vier Kindern übernahm er Verantwortung für die Familie. Nicht nur die Bombenangriffe lehrten ihn das Fürchten, auch das karge Leben in Bunkern und Baracken. "Das ist einer, der erzählen kann", freut sich Roelen.

Alle vier Referenten sind um die 80 Jahre alt oder älter. Als Co-Veranstalter tritt das Institut für Niederrheinische Kultur- und Regionalgeschichte der Universität Duisburg Essen auf. "Dort haben wir schon vor einem Jahr offene Türen eingerannt", sagt Jung. Die Uni schickt die Historiker Dr. Christian Krumm und Dr. Holger Schmenk mit Beiträgen über die Stadt zwischen den Fronten des Zweiten. Weltkriegs, über Trümmerfrauen und neue Hoffnungen. Am Schluss folgt eine Dia-Show. Federführend bei der Organisation war auch die VHS mit Leiterin Gisela Olms.

Rückblickend zeigt sich Jung mit dem Projekt zufrieden. Die Ausstellung mit 2500 Besuchern war ein Erfolg. So mancher aus der Bevölkerung habe Bauakten und Fotos beigesteuert, sogar ein Brieföffner des einstigen Stadtdirektors Dr. Karl-Heinz Reuber landete im Centrum. Jürgen Becks vom Kulturbereich freut sich über den Besuch von 20 Grundschulklassen: "Die Kinder waren hellauf begeistert." Ein Teil der Kunstexponate und Fotos wird weiterhin im Ratskeller zu sehen sein.

Viel Interesse für Vorträge

Dass vor 15 Jahren zum Thema "Schutt und Asche" achtmal so viele Gäste kamen und schauten, lag am bundesweit großen Interesse 50 Jahre nach Kriegsende, glaubt man. Die beiden Vorträge der Historischen Vereinigung mit Martin Roelen und Volker Kocks im Bühnenhaus fanden 600 Interessenten, der Begleitband mit Aufsätzen zum Wiederaufbau ebenso viele Käufer.

Quelle: RP

 
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