Wesel: Zitadelle: Alte Zugbrücke ist morsch
VON THOMAS HESSE - zuletzt aktualisiert: 04.09.2010Wesel (RPO). Die nach historischem Vorbild gebaute Holzbrücke an der Zitadelle passt gut ins Umfeld. 1986/87 wurde die Replik errichtet, zwischendurch war sie immer mal wieder ein Reparaturfall. Aktuell ist klar, dass die fest verankerte "Zugbrücke" ihre besten Jahre hinter sich hat – und das entgegen der Erwartung der Fachleute weit vor der Zeit. Schon beim Schützentag wurde die Brücke gesperrt, in der Kulturnacht, wenn die Massen für gewichtige Belastung sorgen, fällt das beliebte Flanieren über den Graben bis vors Haupttorgebäude aus. Zum Jahresende wird der Übergang komplett dichtgemacht.
Er ist zu marode, das Unfallrisiko will ASG nicht eingehen, wie im Betriebsausschuss bekannt wurde. Nun müssen 80 000 Euro in die Hand genommen werden, um das gute Stück auf Vordermann zu bringen. Das ist nicht so einfach. Der Denkmalschutz muss überzeugt werden, metallene Abdeckungen (Zinkblech) über besonders kritischen Stellen zu genehmigen. Das hat er bisher abgelehnt, obwohl es sich nicht um den Originalbau handelt. Obwohl genau in diese Stellen so viel Wasser sickert, dass die Brücke zum Risikofall wurde.
"Die statischen Längsträger faulen weg", berichtete ASG-Chef Franz Michelbrink. Die 21,50 Meter langen Holzbalken unterhalb des Überwegs sind die Hauptstütze, auf die es ankommt. Auch das Geländer soll erneuert werden. Problemfall Nummer zwei ist der Graben, der dem alten Schutzbereich nachempfunden ist. "Hier müssen wir uns täglich abseilen, um den Dreck herauszuholen", sagt Michelbrink.
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