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Wesel: Zweierlei Maß: RWE-Masten und Windrad

VON FRITZ SCHUBERT - zuletzt aktualisiert: 09.03.2010

Wesel (RPO). Im Vorfeld der morgigen Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses wird der Ruf nach einer Höhenbegrenzung für neue linksrheinische Windräder immer lauter. Dieter Blettgen (Büderich) und Dietmar Pucher (Rheinberg) sprechen angesichtes drohender 180-Meter-Giganten in einem Schreiben an Bürgermeisterin Ulrike Westkamp von einem "Maßstab des Größenwahns" sowie einer "Kriegserklärung" gegenüber den Menschen in Büderich, Ginderich, Borth und Menzelen. Sie fordern ein Maximum von 100 Meter.

Im Stadtentwicklungsausschuss geht es heute um die Windräder.  Foto: RPO
Im Stadtentwicklungsausschuss geht es heute um die Windräder. Foto: RPO

SPD auffällig zurückhaltend

Mit dieser Höhenvorstellung wandte sich an Westkamp auch CDU-Kreistagsmitglied Heinrich Henrichs aus Ginderich. 100 Meter habe man 1998 bei Festlegung der Konzentrationszonen vor Augen gehabt. Man könne auch nicht ein Bauernhaus im Außenbereich mit zehn Geschossen errichten, von denen acht vermietet würden, um eine entsprechende Rendite zu erzielen. Henrichs: "Das macht man nicht, das ist unseriös."

Unterdessen hält sich die Weseler SPD auffällig zurück. Dass dem Fraktionsvorsitzender Ludger Hovest indes neue, höhere RWE-Masten (rund 67 Meter) von Obrighoven Richtung Blumenkamp nicht ins Bild einer Kulturlandschaft passen und er die Hochspannungsleitung lieber in der Erde sehen möchte (RP berichtete), erweckt gar den Eindruck, dass hier mit zweierlei Maß gemessen werden soll. Hovest sagte, er halte eine ganze Trasse von Strommasten der 380-kV-Leitung für gravierender als verhältnismäßig wenige Windräder. Für die linksrheinischen Windradgegner bleibt unverständlich, warum im westfälischen Velen eine Höhenbegrenzung funktioniert und in Wesel nicht. Velens Bauamtsleiter Wilhelm Jöster erläuterte gestern der RP, dass mit einem Flächennutzungsplan (FNP) die Höhe von Windrädern auf 100 Meter bis zu höchsten Flügelspitze festgelegt worden ist. Dazu sei ein Gutachten fürs ganze Gemeindegebiet erstellt haben. Eine noch detailliertere Feinsteuerung erlaube ein Bebauungsplan B(B-Plan). Auf FNP und B-Plan wird zwar in der Weseler Sitzungsvorlage hingewiesen, doch werden die Möglichkeiten, Risiken oder Auswirkungen solcher Verfahren nicht umfassend erläutert. Die Stadtverwaltung warnt allein vor einem B-Plan, weil dieser rechtlich angegriffen werden könne.

In Velen maximal 99,90 Meter

Die Velener hören von Investoren, dass statt fünf kleinen Anlagen auch eine große gebaut werden könnte. Die Interessenten bauen trotzdem klein: Errichtet wurden in den letzten zwei Jahren vier, Anträge für fünf neue liegen vor. Maximalhöhe bei allen: 99,90 Meter.

Quelle: RP

 
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