„Das hat der Trainer nicht verdient“
zuletzt aktualisiert: 02.06.2008Kadir Güzel sprach Klartext. Der Ex-Kapitän des PSV Wesel benötigte nach dem Abpfiff einige Minuten, um die Enttäuschung zu verarbeiten. Dann ging er mit sich und seinen Kollegen im Team hart ins Gericht. „Jeder muss sich heute fragen, ob er wirklich alles gegeben hat, um Meister zu werden – das fängt bei mir an“, stellte der Mittelfeldakteur des PSV fest. Und dachte dann an den Mann, der ein paar Meter entfernt zu diesem Zeitpunkt von Funktionären des TV Jahn Hiesfeld getröstet wurde. „Das hat der Trainer nicht verdient. Wir wollten ihm doch den Titel zum Abschied schenken“, meinte Güzel. Wenig später ging er dann zu Werner Lehwald, der gestern zum letzten Mal auf der Bank des PSV saß, drückte den Übungsleiter kurz an sich und sagte: „Danke für die sechs Jahre, Coach.“
Werner Lehwald hatte schwer zu knacken an der bösen Niederlage zum Ende seiner Dienstzeit beim PSV. „Das war mit Sicherheit das enttäuschendste Spiel der Saison für mich“, sagte der 64-Jährige. Er hatte vor der Partie zwar erklärt, dass seine Mannschaft auch noch stolz auf ihr Abschneiden sein könne, wenn sie das Finale beim TV Jahn Hiesfeld verlieren würde. Doch gestern stellte er nur bitter fest: „Ich kann nichts Schönes an dieser Vizemeisterschaft finden.“ Die Partie war für den Übungsleiter nach drei Minuten gelaufen, als Hiesfeld der schnelle Führungstreffer gelungen war. „Anschließend gingen die Köpfe meiner Spieler nach unten. Dieser Treffer lastete wie Blei auf ihnen. Der Rest war nur noch ein nervöses Hin und Her.“
Mit der Roten Karte für Abwehrspieler Marcel Kirsch wegen einer Tätlichkeit am Hiesfelder Stürmer Erkan Sevinc als negativem Höhepunkt. „Das war eine nicht zu entschuldigende Kurzschluss-Reaktion aus Frust“, sagte Kirsch nach der Partie. Eine Mannschaft, die sich so viel vorgenommen hatte, enttäuschte restlos und war vor allem von sich selbst enttäuscht.
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