Fußball: „Ein trauriger Sieg“
VON MICHAEL ELSING - zuletzt aktualisiert: 17.03.2008Der PSV Wesel bezwang im Derby der Bezirksliga BW Wesel ohne Mühe mit 4:0. Die Freude hielt sich bei Trainer Werner Lehwald aber in Grenzen. Denn Abwehrchef Andre Vieira sah eine vollkommen überflüssige Rote Karte.
Sollte es noch eines Beweises bedurft haben, welches Team die Weseler Hoffnungen auf einen Aufstieg in die Fußball-Landesliga trägt, wurde er gestern erbracht. Der PSV Wesel bezwang im Derby der Bezirksliga BW Wesel mit 4:0 (2:0) und bleibt damit im Titelrennen. Die Zebras, für die der Zug nach oben schon vor der Partie abgefahren war, untermauerten noch einmal, warum sie mit der Entscheidung um den Aufstieg nichts zu tun haben werden.
Lediglich 15 Minuten lang hielten die Gäste das Geschehen offen. Sie hätten in dieser Phase sogar in Führung gehen können, als Engin Vural alleine auf das PSV-Tor zulief, den Ball jedoch neben den Kasten setzte. Danach offenbarte sich das große Manko der Zebras, nämlich die Defensive. Die war mit den agilen Akteuren des PSV vollkommen überfordert und hatte zudem in Pierre Sippekamp einen Torhüter zwischen den Pfosten, der nicht den sichersten Eindruck hinterließ.
So spielten sie
Wesel: Erhart – Vieira, Sürek, Kirsch, Giesen, Bossow, Tuncel (76. Sayman), Schild (70. Meyer), Güzel, Cwiek, Prietzel (85. Balci).
BW Wesel: Sippekamp – Lindemann, Pagojus, Piricek (46. Oesterschmidt), Steinert, Özbek, Ridder, Bulut, Vural, Hoppenreis, Isik (76. Konegen).
Sippekamps Patzer
Beim Führungstor des PSV (17.) ließ Sippekamp einen harmlosen Flankenball von Kadir Güzel direkt vor die Füße von Marvin Prietzel fallen, der den Ball nur noch ins leere Tor schieben musste. Und auch beim 2:0, dass erneut Prietzel in der 32. Minute erzielte, sah der Gäste-Keeper nicht gut aus. Vor und nach dem zweiten Treffer hatten es die Zebras dem Schiedsrichter zu verdanken, dass sie vor der Pause nicht noch zwei weitere Gegentreffer kassierten. Denn den Toren von Daniel Schild (25.) und Kadir Güzel (39.) verweigerte der Unparteiische zu Unrecht die Anerkennung.
Wer nach dem Wechsel mit einem Aufbäumen von BW Wesel gerechnet hatte, sah sich getäuscht. Stattdessen blieb der PSV das torgefährlichere Team und sorgte nach einem Pfostenschuss von Prietzel (47.) und einer weiteren Chance von Carsten Bossow (49.) in der 50. Minute für die Vorentscheidung, als Eray Tuncel ein Zuspiel von Kadir Güzel aufnahm und sicher abschloss. Es folgte die aus Sicht von PSV-Trainer Werner Lehwald „traurigste“ Szene der Begegnung. Denn sein Abwehrchef Andre Vieira ließ sich zu einem Nachtreten hinreißen und sah zu Recht die Rote Karte (60.). „Und das beim Stand von 3:0. Das kann uns in den nächsten Wochen noch sehr weh tun“, ärgerte sich Lehwald.
Harmlose Zebras
In Gefahr geriet der Erfolg seiner Schützlinge dennoch nicht. Auch in Überzahl war BW Wesel viel zu harmlos und ließ zudem noch große Mängel in der Organisation erkennen. Der PSV wurde immer wieder zu Kontern eingeladen, von denen einer durch den gerade eingewechselten Tanju Sayman (77.) zum 4:0 führte. „Der PSV hat uns gezeigt, wie man in ein Derby geht. Dazu kamen dann noch die vielen Fehler“, sagte Zebra-Spielertrainer Thomas Ridder. Sein Gegenüber dachte an den Platzverweis und sprach von einem „traurigen Sieg“.
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