Fußball: Der Abonnements-Meister
VON JOACHIM SCHWENK - zuletzt aktualisiert: 29.12.2008Wesel gewann zum fünften Mal in Folge den Hallen-Titel. Die Zebras bezwangen im Finale des Turniers, das auf erschreckend schwachem Niveau stand, den PSV Wesel mit 2:1. Dritter wurde GW Flüren vor dem Weseler SV.
Nichts Neues bei der Weseler Stadtmeisterschaft im Hallenfußball: Die Spieler von BW Wesel durften am Samstagabend in der Rundsporthalle wie schon in den vergangenen Jahren am Ende gut gelaunt ein Liedchen anstimmen. „So sehen Sieger aus“, sangen die Kicker der Zebras, nachdem sie im Finale den Bezirksliga-Rivalen PSV Wesel mit 2:1 bezwungen und den Titel in der Halle zum fünften Mal in Folge gewonnen hatten. Pascal Seitz und Ertrugul Yirtik hatten den Abonnements-Meister im Endspiel des vom SuS Wesel-Nord ausgerichteten Turniers, das auf einem erschreckend schwachen Niveau stand, mit 2:0 in Führung gebracht. Kadir Güzel verkürzte für den PSV.
Sechster Triumph
sicherte sich am Samstag zum sechsten Mal den Titel in der Halle. Der Club siegte erstmals 2000 und nun in den letzten fünf Jahren.
Erfolgreichster Verein ist weiter der Weseler SV mit neun Titelgewinnen unterm Dach. Es folgen der PSV Wesel mit acht Erfolgen und der SV Bislich mit sieben Siegen.
Erster Hallen-Titel für Herden
„Ich musste wohl zu den Zebras wechseln, um erstmals den Titel in der Halle zu gewinnen. Wir hatten uns nichts erhofft, haben aber alles gewonnen, weil die Mannschaft hervorragend gekämpft hat“, sagte Steffen Herden, Trainer von BW Wesel, der ein Jahr zuvor mit GW Flüren das Finale gegen die Zebras noch mit 2:3 verloren hatte. Sein Team hatte sich nach holprigem Start – zunächst gab’s in der Vorrunde nur ein glückliches 3:2 gegen C-Ligist SuS Nord – von Spiel zu Spiel gesteigert. Mit den Zebras siegte am Ende das Team, das sich die wenigsten Fehler erlaubte und den Titel vielleicht auch am meisten wollte. „Glückwunsch an BW Wesel. Die Mannschaft hat sich diesen Sieg verdient“, gab Franz Raschid, Trainer des PSV Wesel zu, dessen Personal beim müden Kick auch nicht zu überzeugen wusste.
Spielverein überraschte
Der PSV hatte sich bereits in der Vorrunde eine überraschende 0:1-Niederlage gegen Viktoria Wesel geleistet. Er schaffte in der Zwischenrunde den Einzug ins Endspiel nur, weil er einen Treffer mehr als der Weseler SV erzielt hatte. Nachdem sich beide Teams mit einem 2:2 getrennt hatten, war das Endspiel für den WSV schon greifbar nahe. Er führte in der letzten Partie der Zwischenrunde gegen den SV Büderich, den er mit drei Toren Unterschied bezwingen musste, um ins Finale zu kommen, mit 5:2 und 6:3. Doch in der vorletzten Minute kassierte der Spielverein noch den Treffer zum 4:6, der den Traum vom Endspiel platzen ließ. Der B-Ligist, der die positive Überraschung des Turniers war, verlor anschließend das Spiel um Platz drei gegen GW Flüren mit 2:3.
Oliver Gramm nahm’s relativ gelassen. „Wir haben uns sehr gut verkauft. Deshalb bin ich zufrieden“, sagte der WSV-Coach. Sein Gegenüber Marco Scholten war es trotz des Erfolges im kleinen Finale nicht. „Meine Mannschaft hat nicht das gespielt, was sie kann und ich mir vorgestellt habe. Wir wollten guten Fußball bieten. Das ist uns nur ansatzweise gelungen“, meinte der Flürener Coach.
Er ärgerte sich wie viele der gut 1000 Zuschauer über das schwache Niveau des Turniers. „Die Stadtmeisterschaft verflacht immer mehr“, sagte Scholten. Was auch daran liegt, dass sich die Organisatoren nicht dazu durchringen können, das Grätschen zu verbieten und dadurch die technisch versierteren Spieler zu schützen. So gab’s viele unnötige Härten und kaum sehenswerte Kombinationen.
Für zwei Teams, denen der Einzug in die Zwischenrunde zugetraut wurde, kam bereits in der Vorrunde das Aus. Bezirksligist SV Bislich scheiterte einmal mehr an seiner Offensivschwäche. Der als Geheimfavorit gehandelte B-Ligist Anadolu Spor, Dritter der Titelkämpfe 2008, schied überraschend nach einer 0:2-Niederlage gegen den SV Büderich früh aus.
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