Stadtsportverband: Der Sport muss in die Schule
VON JOACHIM SCHWENK - zuletzt aktualisiert: 18.03.2009Versammlung des Stadtsportverbandes: Der Ganztagsbetrieb in vielen Schulen zwingt die Vereine zum Handeln. Sie müssen auf die Veränderungen im Schulsystem reagieren, wenn sie sich gut für die Zukunft aufstellen wollen.
Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Nicht nur in der Politik. Sondern auch im Sport, wo mancher Club schon jetzt darbt, weil er Entwicklungen verschlafen hat. Das kann sich wiederholen. Schließlich gibt's gravierende Veränderungen im Schulsystem, die erhebliche Auswirkungen auf den Sport haben werden. Die Ganztagsschule ist das Thema, das die Vereine zum Handeln zwingen wird. Das wurde bei der Jahreshauptversammlung des Stadtsportverbandes Wesel deutlich, bei der Heinrich Gundlach vom Kreissportbund zu Beginn ein Referat zum Thema Ganztagsschule und Sport hielt. Der Tenor: Die Clubs müssen mit den Schulen kooperieren, wenn sie sich gut für die Zukunft aufstellen wollen.
"Es ist fünf vor zwölf"
Im Kreis Wesel gibt's in jeder Kommune Ansprechpartner für das Thema Sportvereine und Ganztagsschulen. In Wesel ist es Frank Rothkopf, stellvertretender Vorsitzender des Stadtsportverbandes. "Es ist bei diesem Thema fünf vor zwölf", sagt er.
Die Stadt Wesel bietet den Vereinen ihre Unterstützung an, wenn sie mit den Schulen kooperieren wollen.
Gute Erfahrungen
Das bekräftigte bei der anschließenden, kurzen Diskussion auch Schul- und Sportdezernent Wolfgang Jung. "Die Vereine werden nicht mehr die Sportvereine sein, die wir kennen, wenn sie nicht in die Schulen gehen", sagte Jung. Gundlach, der auch Vorsitzender des TuS Xanten ist, bestätigte es. "Wenn ein Kind bis 16 Uhr Schule hat, kommt es in der Regel nicht mehr um 17 Uhr zum Sportverein", meinte er. Die logische Folge daraus ist für den Mann vom Kreissportbund, dass die Clubs in die Schulen müssen, wenn sie den Nachwuchs weiter für sich gewinnen wollen.
"Ideen entwickeln"
Der TuS Xanten hat gute Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten gemacht, die auch in Wesel schon Vereine gestartet haben. Der TuS bietet etwa Sportunterricht im Kindergarten an. Das Ergebnis war nicht nur, dass sich einige Kinder beim Verein angemeldet haben, sondern teilweise auch deren Mütter, "weil ihnen das Angebot des TuS Xanten gefallen hat". Gundlach erklärte, dass die Schulen es gerne sehen würden, wenn sie Sport in den Ganztag einbinden können. "Die Schulen wissen, dass sie ab 14.30 Uhr auch ein gewisses Bewegungsangebot für die Kinder brauchen", sagte er. Der Sport habe so auch die Chance, Kinder zu gewinnen, "an die man ansonsten als Verein vielleicht nicht herangekommen wäre."
Klar ist, dass es für die Clubs nicht leicht wird, ein Angebot an Schulen zu machen. Zum Beispiel, weil es schwer werden könnte, Übungsleiter zu finden, die schon am frühen Nachmittag Zeit haben. "Die Vereine müssen auch bereit sein, etwas zu investieren und Ideen entwickeln, damit eine Kooperation mit den Schulen klappt", sagte Gundlach. Eine Investition, die sich für den TuS Xanten bislang ausgezahlt hat.
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