Fußball: Derby mit besonderer Brisanz
VON JOACHIM SCHWENK - zuletzt aktualisiert: 08.09.2007Wesel und der PSV Wesel stehen heute im Lokalduell unter Zugzwang. Nur der Sieger der Begegnung bleibt dem Spitzenreiter VfB Bottrop auf den Fersen. Der Verlierer ist erst einmal aus dem Titelrennen.
Bilanz spricht für PSV
Die Bilanz der letzten Spiele spricht für den PSV Wesel. In der vergangenen Saison schaffte er im Pokal und in der Meisterschaft zwei Siege und ein Remis gegen BW Wesel.
Zuletzt trafen beide Teams im Halbfinale der Stadtmeisterschaft aufeinander. Dem PSV gelang dort ein 2:0-Erfolg gegen die Zebras.
Lokalduelle haben ohnehin schon eine gewisse Brisanz. Doch beim Derby BW Wesel gegen den PSV Wesel ging es in den letzten Spielzeiten stets um mehr als nur ums Prestige. Die beiden Rivalen aus der Stadt haben sich da schon gegenseitig mächtig in die Titelsuppe gespuckt. Erst in der letzten Saison sorgten die Zebras mit einem 2:2 im Heimspiel gegen den PSV dafür, dass der Gast vier Spieltage vor Schluss die Tabellenführung in der Fußball-Bezirksliga einbüßte – der Anfang vom Ende aller Aufstiegsträume. Drei Jahre zuvor hatte der PSV mit einem 4:3-Sieg im Lippestadion dafür gesorgt, dass die Meisterschaft für BW Wesel, das bis dahin glänzend im Rennen lag, nach dem Derby plötzlich kein Thema mehr war.
Wenn die beiden Titelanwärter heute um 16 Uhr im Lippestadion erneut aufeinandertreffen, wird noch keine Entscheidung im Kampf um den Aufstieg fallen. Trotzdem steht bereits eine Menge für den Tabellendritten BW Wesel (neun Punkte) und den Fünften PSV (sieben) auf dem Spiel. Für beide Mannschaften ist ein Erfolg Pflicht, um nicht schon deutlich hinter Spitzenreiter VfB Bottrop (zwölf Zähler) zurückzufallen. Der wird morgen gegen den Vorletzten SC Bocholt mit großer Wahrscheinlichkeit den fünften Sieg im fünften Spiel feiern.
In der Abwehr drückt der Schuh
Die Trainer wissen um die besondere Ausgangslage für das heutige Duell. „Ein Remis hilft keiner Mannschaft weiter“, sagte Telat Cakmaz (BW Wesel), während sein Gegenüber Werner Lehwald feststellte. „Wer dieses Spiel verliert, ist erst einmal aus dem Rennen um den Titel.“ Beide Mannschaften wollen heute folglich auf Offensive setzen, wobei im hinteren Bereich bei ihnen jeweils personell der Schuh drückt.
Der Gastgeber kann zwar sehr wahrscheinlich wieder auf Abwehrspieler Dennis Lindemann bauen. Trotzdem bleiben Alternativen für die Abteilung Defensive rar. Kadir Piricek, Maik Pagojus und Recep Barut fehlen weiter. Der PSV muss David Meyer (Urlaub) ersetzen. Er bangt zudem um den Einsatz von Torhüter Patrick Erhart und Libero Andre Vieira (beide verletzt), die bereits am Sonntag bei der 2:3-Niederlage im Spitzenspiel gegen den VfB Bottrop fehlten. Sie konnten am Donnerstag nur ein leichtes Lauftraining absolvieren.
„Schön, aber nicht effektiv“
BW Wesel ist mit dem bisherigen Abschneiden zufrieden, zumal das Personal in den ersten Begegnungen recht knapp war. „Wir haben uns ganz gut durchgemogelt. Ich bin zufrieden mit der Mannschaft“, sagte Cakmaz gestern. Lehwald ist es nicht so sehr, weil es zuletzt mit der Niederlage gegen den VfB und zuvor mit dem 1:1 gegen die SV Friedrichsfeld empfindliche Rückschläge gab. Die führt Lehwald vor allem darauf zurück, dass der PSV zu viele gute Torchancen ausgelassen hat. „Es hilft nicht, wenn die Mannschaft schön, aber nicht effektiv spielt“, meinte er.
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