Fußball: Die Arroganz der Macht
VON JOACHIM SCHWENK - zuletzt aktualisiert: 22.02.2008Wenn es noch eines Beweises bedurft hatte, wurde er am Mittwochabend bei der Informationsveranstaltung des Westdeutschen Fußball-Verbandes (WFLV) zum Thema „NRW-Liga-Statut“ erbracht. Die Funktionäre in den höheren Verbandsetagen haben sich mittlerweile in einem unerträglichen Maße von der Basis entfernt. Bezeichnend ist die Presseerklärung, die der Verband gestern verschickte und mit der Überschrift „Neue NRW-Liga startet mit höchsten Qualitätsansprüchen“ versah.
In der Jubelarie zur – wohlgemerkt – künftig nur noch fünfthöchsten Klasse ist in keinem Wort erwähnt, dass es von den meisten Vereinen massive Kritik an den für sie zum Teil unerfüllbaren Kriterien gab. Stattdessen spricht der Vize-Präsident Alfred Vianden davon, „dass es gelingen wird, den Oberliga-Fußball als Partner für Sponsoren und Fernsehanstalten attraktiver zu machen“. Vereinen wie dem SV Schermbeck, die nicht wissen, wie sie die Auflagen erfüllen können, muss das wie Hohn in den Ohren klingen. Sie bekamen die Arroganz der Macht am Mittwoch auch zu spüren, als Heinz-Leopold Schneider, Vorsitzender des Fußball-Ausschusses, erklärte: „Es wird niemand gezwungen, in der NRW-Liga zu spielen.“
Die Clubs sollten den Ball aufnehmen. Wenn viele Vereine die neue Klasse boykottieren und die Zulassung dafür nicht beantragen, könnte die Basis zeigen, dass auch sie Macht besitzt.
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